Ulrich Koch – Selbstgespräch mit niemand

Ulrich Kochs Gedichte verwandeln verlorenen Glauben in Hoffnung.

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Alter und Zeit

Realistisch müsste man schreiben. Von der Textur dieser Decke, und wie es ihr gelingt makellos auszusehen, und gleichzeitig so, als wäre sie schon mehrere Jahrzehnte alt. Als hätte sie in den 70er Jahren das Licht der Welt erblickt, und vielleicht sogar für einen Moment geglaubt, die Welt besteht aus Licht. Aber nicht als Versprechen, das sich niemals einlösen sollte, eher als etwas Beängstigendes, und dann wurde doch nichts gut.

Flecken und eine Art Verstörung, wenn die Blätter fielen.

Realistisch erzählen und doch so, als wäre es eine Geschichte. Eine Geschichte vom Stillstand, wie der Stillstand sich bewegt, und mitten im Stillstand ein vorzeitig gealtertes Kind (keine Zeit, erwachsen zu werden). Ein Muster aus Langeweile und Fraglosigkeit. Fein gewebt zunächst, und später entgleist.

Man nennt es Alter und Zeit.