Lesetagebuch Anne Carson

Am Donnerstagabend lag Carsons „Anthropologie des Wassers“ im Briefkasten. Seitdem wieder Staunen, Ehrfurcht, Freude.

Ihre Geschichte, ihr Tagebuch über das Pilgern, ist – wie ihre Texte allgemein, wie ihr Denken selbst – ein Bericht über das Unterwegssein, über den Fluss der Gedanken.

Während meine Gedanken springen, seltener rasen, aber (scheinbar) immer auf der Flucht sind (wovor?).

 

Man muss von dem Ort aus aufbrechen, an dem man sich befindet. Gleichgültig, ob er einem zusagt, oder nicht. Jeder andere Ort, von dem man aufzubrechen versucht, führt ins Nichts. Also nicht einmal in die Irre. Ein Ort, an dem alles ist, der sich aber vollständig verschließt. Ein Ort, der nichts als Lähmung in Bewegung setzt.

5 Gedanken zu “Lesetagebuch Anne Carson

  1. „Mangels Sonne wisse im Eis zu reifen” (Henri Michaux, hoffentlich, da aus dem Gedächtnis, richtig zitiert … aus dem Band Eckpfosten)
    Das Wort „zusagen” ist interessant. Ob die Idee des Zuspruchs darin steckt? Den sollte es immer geben, für alle und umsonst! Und vom Zuspruch aus rückt die Zuversicht in den Blick. Vielleicht liegt ein langer Weg dazwischen, mit Nebel und Schweigen … aber sicher eine überwindbare Strecke.

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