Leuchten

Es sind Angebote, die das Leben dir macht. Warum betrachtest du alles als Zumutung?, fragt er und sie leuchtet.

Ich glaube nicht, dass er dieses Leuchten wahrnehmen kann, das innere Licht. Ich glaube auch nicht, dass das etwas ist, das ihn interessiert. Sie ist weich und jung, und in seinen Augen hilfsbedürftig. Das ist, was ihn interessiert, was sie ihm bedeutet, und darum schlingt er seine Arme um sie, während er von oben auf sie herab sieht.

Und weder bemerkt, dass seine Finger überzählig sind, noch dass sie leuchtet.

[der Text verdankt sich einer Zeichnung von Dieter Motzel, das sich hinter dem Link im Text verbirgt]

18 Gedanken zu “Leuchten

    1. Das freut mich wirklich ungemein. Es ist ja immer eine Aneignung, wenn man über Bilder schreibt, die andere gemacht haben, so dass das Risiko besteht, dass man auch völlig daneben liegt. Ganz herzlichen Dank für diesen Kommentar.

      1. Ich war doppelt beeinflusst, einerseits durch Ihren Text natürlich, andererseits, weil ich meine Lieblingsmütze auf dem Kopf trug, als ich las und schrieb.

        Im Übrigen: darf ich folgen?

  1. Obwohl die Situation auf dem ersten Blick liebevoll erscheint, hinterlässt sie eben ein ungutes Gefühl. Er wird sie ewig bedecken mit seiner „schützenden Umarmung“. Das Bild passt perfekt. Ich habe erst de Text gelesen, dann das Bild gesehen.

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