Alter

Versunkene Landschaften. Die Fremdheit meines gealterten Gesichts.

Ich müsste die Strenge und diesen unbedingten Willen zur Aufrichtigkeit in die Züge bekommen.

Der endgültige Abschied von einem lieblichen Schönheitsideal.

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20 Gedanken zu “Alter

  1. Nicht „müssen“, entstehen lassen…. lass Atmosphäre, Deine eigene Geschichte, Spuren entstehen…Vielleicht sind es Melancholie und Freundlichkeit oder Witz und Scharfsinn, die sich im Gesicht festsetzen, schön, wie ein altes Gemäuer, schöner als „Strenge“, und allemal „aufrichtig“ und liebenswert…

  2. das liebliche schönheitsideal vs. falten, die das leben gezeichnet hat? ich bevorzuge zweites. ich wünsche mir, dass die falten in meinem gesicht, meine geschichte erzählen und die weißen haare meine altetsweisheit sichtbar machen (die hoffentlich mit jeder falten und jedem weißen haar wächst).
    lieblichkeit … ich muss grad über MEIN ideal nachdenken.
    und auch ob man mir MEINE sehnsucht nach tiefster aufrichtigkeit ansieht.
    ich habe nur dieses eine gesicht. besser also mich damit endlich zufrieden geben. auch mit allen veränderungen …
    danke für den nachdenkimpuls.

    1. Na ja, Strenge und müssen habe ich ja bereits ein wenig revidiert und dann trotzdem stehen gelassen, ich glaube ganz verkehrt ist das auch nicht, natürlich ist ein Gewährenlassen und ein Annehmen besser, aber andererseits kennt man seine Grenzen vielleicht besser als noch vor zwanzig Jahren und das verleiht dem ganzen vielleicht tatsächlich so etwas wie Strenge. Um ganz ehrlich zu sein, die Karten ganz offen auf den Tisch zu legen, hatte ich die Gesichter von Joan Didion und Anne Carson vor Augen, ich bewundere die kompromisslose Aufrichtigkeit ihres Schreibens, vermutlich habe ich das in die Züge ihrer Gesichter gelegt. Aber was schreibe ich hier so lange um Dinge herum, von denen Du ja gar nichts erwähnt hast. Entschuldigung.
      Von Weisheit, um wenigstens einen Aspekt Deines Kommentars aufzunehmen, bin ich jedenfalls noch weit entfernt (vielleicht kommt die mit 70 und lässt so die Schönheit entstehen, von der Ulli geschrieben hat, und die ich übrigens voll und ganz nachvollziehen kann.
      Einen Tag ohne Spiegel finde ich auch wunderbar. Und dann gibt es noch das Phänomen, dass man sich ganz anders in Erinnerung hat, und der Spiegel einen überrascht, mal positiv, mal weniger positiv. Kennst Du das auch?

  3. … ach es fällt mir doch noch etwas ein, grins, ich dachte letztens, dass es vielleicht der Übergang ist, den wir so schwer aushalten, die ersten Jahre, in denen wir unser Alter morgens im Spiegel entdecken, wenn ich nämlich Fotos von Frauen, insbesondere, sehe, die älter als 70 sind, dann erkenne ich in ihren Gesichtern oft eine Schönheit, die die gelebte Zeit in sie hinein gezeichnet hat, die ich bei Frauen um die 60 noch vermisse …

    herzliche Grüsse Ulli

    1. Ich habe gerade schon in meiner Antwort an SoSo geschrieben, dass ich diese Deine Beobachtung absolut unterschreibe. Diese Frauen haben oft eine wirklich sehr besondere Ausstrahlung, eine Art Reife und Ruhe und vielleicht auch so etwas wie tiefen Frieden mit sich selbst.

    1. Ich habe schon an verschiedenen Stellen mein Eingeständnis formuliert, dass Strenge vielleicht nicht der wirklich treffende Ausdruck ist. Andererseits habe ich schon das Gefühl, dass ich einen deutlichen Bruch brauche, einen wirklichen Abschied von diesen „Schönheitsidealen“ mit denen ich bislang gelebt habe, und das beinhaltet eine vielleicht heilsame Strenge. Ist das ungefähr nachvollziehbar?

  4. … und dankbar sein, wenn die zeit es zulässt, dass sich spuren ins gesicht zeichnen. wie auch immer sie aussehen, die züge annehmen, mit ihnen weilen und reisen.
    wie so oft hier auf deinem blog ein wunder-fein-sinniger text, liebe mützenfalterin.
    danke!

  5. Ich fand „Strenge“ gut. Sie hat mich an die Entschlossenheit erinnert. Für mich passte sie auch zu einem sehr klaren Blick. Und außerdem finde ich dich außergewöhnlich schön … Ich hoffe, ich stelle mich während des deutlichen Alterns nicht allzu blöd an. 😦

    1. Danke Sherry, ich bin ja mal wieder selbst nicht drauf gekommen, aber genau das Wort ist es, weshalb ich Strenge auch nicht wirklich verkehrt fand, bei aller Einsicht in die widersprechenden Kommentare, genau es war die Entschlossenheit, die ich damit verbunden habe. Und wo ich der Smilie fürs Rotwerden, während ich Danke sage für Den dritten Satz? Übrigens sehr interessant, dass Du „deutliches“ Altern schreibst, weil es genau das ist, was ich gerade (na ja schon etwas länger) erlebe, so eine Art von Alterserscheinungen, die irgendwie anders sind, als die vorher, die mich ganz klar in die andere Hälfte der Menschheit katapultieren. Ich bin nicht länger nicht jung, sondern ich werde jetzt wirklich alt. Und obwohl das alles ja sehr schleichend passiert ist, scheint es trotzdem plötzlich zu kommen.

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