Poetische Quellen – Uwe Kolbe

Uwe Kolbe hätte ich fast verpasst. Zu spät losgefahren, weil die Mannschaft der Kinder endlich einmal in Führung lag und ich das Gefühl hatte M. schießt auch noch ein Tor. Was er auch tat. So kam ich erst mitten in der Lesung von Kolbe an, an den Schuhe noch blaue Flecken vom Spielfelddünger.

Das, was Kolbe liest, nimmt mich nicht wirklich gefangen, vielleicht weil ich das Buch nicht kenne und nicht einmal die immer klugen Einführungsworte von Jürgen Keimer mitbekommen habe.

Im Gespräch danach aber schnell die schöne Erfahrung, wie eine Quelle angestoßen wird, wie durch eine richtige Frage, alles zum Heraussprudeln gebracht wird.

Kolbe sagt von seinem Buch „Die Lüge“, es sei eine Collage aus historischen Begebenheiten und eigenen Erlebnisse und natürlich nicht zuletzt auch eine Hommage an Franz Fühmann.

Im Gespräch mit Keimer merkt man sehr deutlich, dass Kolbe wirklich etwas will mit diesem Buch, ihm ist wichtig, eine Botschaft zu übermitteln, er wünscht sich, dass Buch möge vielen aufstoßen, die sich in dieser unaufrichtigen Welt eingerichtet hatten. Er will reden, ausführen, erklären, vermitteln. Häufig spricht er vom Spaß, den er beim Schreiben gehabt habe und man merkt, dass er den Rat seines Mentors Fühmann befolgt, der ihm einst gesagt hat: „Schreib nur, was du wirklich schreiben musst.“