GMX und andere Katastrophen

 

Nachdem ich die merkwürdigen (und mir unerklärlichen) Rechnungen und Mahnungen von gmx wochenlang ignoriert habe, ist mein Konto seit heute morgen gesperrt. Mehrere Anrufe im sogenannten „Servicecenter“ vermittelten mir das Gefühl Kafkas Landvermesser auf der Suche nach dem Schloss zu sein.

Jetzt habe ich aufgegeben, mir eine neue Adresse eingerichtet, in über zehn Jahren gesammelte Kontakte verloren und hoffentlich nachhaltig für mich die Lehre gezogen, dass ich mich mit den technischen Hilfsmitteln, die ich nutze wenigstens minimal auseinandersetzen muss, statt aus Bequemlichkeit kaum einen Gedanken an kleinere und größere mögliche Katastrophen zu verschwenden.

 

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14 Gedanken zu “GMX und andere Katastrophen

    1. Nee, eher dass man sich völlig erpressbar macht. Ich bin jetzt den ganzen Tag damit beschäftigt, wenigstens die wichtigsten Kontakte irgendwie anzuschreiben. Weil ich aber alles so bequem im Adressbuch von gmx abgelegt hatte, weiß ich die meisten email-Adressen nicht. Aber leicht versuche ich es trotzdem zu nehmen. 🙂

  1. Manchmal helfen die weiter: http://www.verbraucherzentrale.de/home . Ich hatte mal Probleme mit einem Internet-Anbieter, da hat der Hinweis genügt, dass ich mich im Weiteren… Ist zwar nicht schön, aber, wenn man sich nicht, wie Kafka fühlen will 😉 Je nach Landesverband gibt es da von FAQ über Beratung bis hin zu Musterbriefen alles.
    Viel Erfolg!

  2. Hallo!

    GMX ist ja vorwiegend Freemail, die kostenpflichtigen „Zusatzangebote“ brauchen eigentlich die wenigsten Leute. Hattest Du ein kostenpflichtiges Konto?

    Ich würde an Deiner Stelle nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen. Gerade wenn es um den Zugriff auf Dein Konto geht. Schließe mich da pgeofrey an.

    Was die minimale Auseinandersetzung mit der Technik angeht, stimme ich Dir zu, natürlich auch gerade in Zeiten der totalen Ausspähung und Überwachung.

    Falls Du bisher noch keinen Email-Client benutzt hast (z.B. Outlook oder Thunderbird) rate ich Dir einen zu benutzen und zwar den Thunderbird. http://www.mozilla.org/de/thunderbird/
    Es dauert wirklich keine Minute, um das einzurichten. Du musst nur Passwort und Emailadresse bereithalten, der Rest ist voreingestellt.

    Ich kenne diese blöden Angebote von GMX beim Einloggen, wo dann in der Ecke unten ganz klein steht „weiter zum Postfach“. Diesen Blödsinn muss man dann auch nicht ertragen.

    Noch ein Tipp: In der Schweiz haben Wissenschaftler einen neuen, sicheren (zumindest sicherer als die üblichen Verdächtigen) Emaildienst gestartet. Die Betaphase ist bereits am Laufen und angeblich soll der Dienst auch darüber hinaus kostenfrei bleiben. Man kann sich seine Emailadresse reservieren lassen und bekommt dann bald seinen Zugang. Momentan sind die mit dem Ansturm überfordert. Es hat allerdings viele Vorteile. Vielleicht magst Du mal einen Blick darauf werfen:
    https://protonmail.ch/

    Viele Grüße

    1. Herzlichen Dank für die guten Hinweise. Zu Deiner Frage: ich befürchte genau das ist passiert. irgendwann habe ich vermutlich den kleinen Knopf zum Postfach übersehen und bin auf dem falschen Knopf gelandet. Kann mich aber beim besten Willen nicht erinnern, da dann irgend etwas bestätigt zu haben, oder gmx dann anders genutzt zu haben. Daher auch meine Ignoranz gegenüber den Rechnungen, die ich für spam gehalten habe.
      Bei dem empfohlenen Anbieter stehe ich jetzt auch auf der Warteliste. Nochmals vielen Dank.

      1. Es sieht so aus, als wärest Du in eine der sog. Abofallen getappt. Ich habe noch ein wenig gesucht und bin auf sehr viele Artikel zu dem Thema gestoßen, z.B diese:
        http://www.wz-newsline.de/lokales/krefeld/krefelderin-gegen-gmx-versteckter-button-sorgt-fuer-aerger-1.1482425
        http://www.rechtsfokus.de/gmx-das-geschaeft-mit-topmail
        Was mich wirklich sehr überraschte, dass der Button zum Postfach bei vielen dieser sog. Angebote gar nicht vorhanden war. Außerdem heißt es weiter, dass diese „Testangebote“ immer mit einem Vertragsabschluß gleichzusetzen seien, und nur schwer kündbar (z.B. mit Einschreiben der Post) wären.

        Ich würde mich da an Deiner Stelle auf jeden Fall mit dem Verbraucherschutz in Verbindung setzen, denn die werden damit bestimmt schon Erfahrung haben. Womöglich bist Du mit Ignorieren noch nicht aus dem Schneider. Ich habe gelesen, dass GMX Inkassodienste beauftragt, auch bei kleinsten Beträgen, die die Rechnung dann so richtig nach oben treiben. Womöglich ist die Kündigungsfrist noch nicht lange abgelaufen (z.B. wenn es die erste Rechnung ist) und Du kannst das dann ohne großen Verlust klären. Es gibt Vordrucke (z.B. http://www.vz-nrw.de/mediabig/218141A.pdf), die Du für solche Fälle benutzen kannst.

        Ich bin glaube ich seit über 10 Jahren bei GMX, allerdings hole ich meine Mails mit dem Thunderbird (und anderen Programmen) ab, so dass ich da keine Probleme hatte. Mir sind diese Abofallen allerdings auch ein Dorn im Auge und ich möchte auch den Anbieter wechseln. Ich hasse solche Machenschaften! Ich bin auch bereit ein bisschen Geld für ein werbefreies und sicheres Postfach auszugeben.

        Du solltest Dir auch gut überlegen, bei welchem Anbieter Du ein neues Konto eröffnest. https://posteo.de/ hat einen guten Ruf und kostet 1€ im Monat. Soviel sollte einem ein guter Dienst auch wert sein. Ich schreibe das eigentlich nur, damit Du nicht vom Regen in die Traufe kommst. Die Freemail-Anbieter (GMX, Web.de Arcor usw) sind alle nicht so empfehlenswert, haben dieselben Abofallen (bei Arcor weiß ich es nicht, jedoch ist Arcor sehr schwach gesichert). Gmail liest Deine Emails mit und schneidert die Werbung auf Dich persönlich zu (und behält evtll. Kopien für spätere Zwecke, ähnlich wie Facebook).

        Falls Du schon ein neues Konto hast, z.B. bei Web.de, dann ist das praktisch genau derselbe Verein. Das würde ich dann wieder schließen und wechseln (z.B. Posteo). Erst dann kann man eine Rundmail (einstellen, dass nicht alle Mailadressen sichtbar sind, sonst kennt jeder Deiner Kontakte eben jeden Deiner Kontakte. Das wäre, als würdest Du Dein Adressbuch versenden. Da sind viele Leute auch nicht vorsichtig.) versenden, an alle Leute, die Dir wichtig sind und die Dich erreichen können sollen.

        Sorry für den Roman, aber ich bin aus verschiedenen Gründen auf diesem Gebiet etwas sensibilisiert und finde auch, dass sich die meisten Leute zu wenig bis gar keine Gedanken um ihre Privatsphäre im Internet machen. Es ist keine Utopie mehr, dass es einem vielleicht mal so geht, wie dieser Frau:
        http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-05/no-fly-list-rahinah-Ibrahim-datenschutz-ueberwachung
        Das war angeblich ein „Versehen“, dessen Klärung 9 Jahre dauerte, aber auch in dieser Richtung finden sich – wie bei den Abofallen – immer mehr Leute, die scheinbar grundlos nicht mehr in die USA einreisen dürfen. Jetzt komme ich wieder vom Hundertsten ins Tausendste, klingt auch nach Paranoia, aber es hängt alles zusammen und ein bisschen was muss man leider selbst für seine (Daten-)Sicherheit tun!

        Alles Gute!

      2. Ganz ganz herzlichen Dank für Deinen Einsatz, für die ausführlichen Beiträge, inklusive Links. Ich weiß das zu schätzen und habe die Verbraucherschutzstelle bei mir am Ort bereits angemailt, um einen persönlichen Termin auszumachen.

  3. Deine gesammelte Korrespondenz ist nicht verloren, glaube mir, sie ist auf irgendwelchen Servern gespeichert. Menschen die sich im „Netz“ bewegen sollten angefangen haben sich Gedanken gemacht zu haben. Im Netz ist nichts wirklich umsonst, auch WP trackt was geht, eben auch diesen Kommentar.

  4. Diese sehr humorvolle Anspielung auf die Kafkaeskheit der Situation ist Ihnen ganz hervorragend gelungen und hat mir eine äußerst heitere Minute beschert.
    Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass Ihnen im Wirrwarr der Bürokratie bei der Einrichtung einer neuen Adresse keine weiteren Steine in den Weg gelegt werden.

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