Manifeste der Merkwürdigkeit

 

Ich bin einer dieser merkwürdigen Menschen, die nebenberuflich Gedichte besprechen, über die sich Björn Kuhligk in seinem Beitrag zu „Manifeste für eine Literatur der Zukunft“ wundert.

Dabei weiß ich so wenig wie er, was ein Gedicht ist.

Merkwürdigerweise halte ich genau dieses Nichtwissen für eine Grundbedingung, um über Gedichte zu schreiben.

Ich schreibe, um etwas herauszufinden, nicht um ein Wissen oder irgendwelche Wertmaßstäbe abzugleichen an Lyrikbänden oder Romanen. Außer vielleicht diese Haltung, also die Frage, ob derjenige der schreibt, aus eben diesem Grund schreibt. Denn das ist ganz sicher eines meiner größten und am tiefsten verankerten Vorurteile, dass sich Literatur nur lohnt, wenn sie aus einer Neugier heraus entsteht, aus dem Wunsch, etwas herauszufinden, zu verstehen.

Für mich ist Literatur ein Dialog, und wie gut dieser Dialog gelingt, hängt immer von zwei Seiten ab, von dem, was geschrieben wurde und von dem, der es liest. Ich versuche nicht mehr, aber auch nicht weniger, als meinen Teil zu einem gelingenden Dialog beizutragen. Dafür muss ich nicht wissen, was oder wer der jeweils andere ist, ich muss nur verstehen wollen, was der Text mir sagen will und warum das funktioniert, oder auch nicht.

P.S.: Gerade habe ich meinen Fehler bei der Widergabe des Titel´s der Neuen Rundschau Ausgabe bemerkt und korrigiert. Ich hatte geschrieben: Manifeste für eine Zukunft der Literatur, vermutlich weil mir das besser gefallen hätte, es die Beiträge, die mich am meisten ansprechen, handeln genau davon. 

 

 

 

 

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Ein unvollständiger Text über Zugvögel, Bananenröcke und das Schuhebinden

Es ist ein wohlbekanntes Phänomen, dass man, sobald man eine Fragestellung im Hinterkopf hat, Verbindungen findet, Hinweise. Einfach weil sich der Blick öffnet für Dinge, die mit der Frage zu tun haben. So ist es sicher kein Wunder, dass ich diesen Text entdeckt habe, der nicht nur wunderschön ist, sondern auch ganz wunderbar in das Heimatprojekt passt, dass ich vor einiger Zeit hier begonnen habe.
Herzlichen Dank noch einmal an Asallime, dass ich hier auf ihn hinweisen darf.