Hingabe

 

Hingabe dachte sie, was für ein schönes, undurchsichtiges Wort. Undurchsichtig wie die Gesichter der Reisenden, der Wartenden. Nur die Kinder hatten klare Mienen, Gesichter, in denen man ohne weiteres lesen konnte. Weil die Kinder sich ganz dem Moment hingaben und nichts diese Hingabe störte. Sie erklärte sich dieses Phänomen mit einer Analogie. Ein Sender im Radio, der immun war gegen jegliche Störsignale. Aus der Vergangenheit, auf die Zukunft bezogen. Diese Wellen liefen durch die Köpfe der Erwachsenen. Das machte ihre Mienen so undurchsichtig.

Hingabe ist eine Fähigkeit, die man verlernt, dachte sie, und die Tatsache, dass sie mit diesem Gedanken das Wort „Hingabe“ ein wenig durchsichtiger gemacht hatte, erfüllte sie keineswegs mit Freude.

 

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