Weibliche Kunst

 

Wohin man auch sieht, Galerien, Rankings, Ausstellungen, Professorenstellen, Preise… Überall dominieren Männer, obwohl es mehr Frauen gibt, die Kunst studieren, mehr Frauen, die schreiben, Literatur studieren.

Langsam holen die Frauen auf. Aber die Betonung liegt eher auf dem langsam als auf dem Aufholen. Woran liegt das?

Die Diskussion darüber gibt es schon so lange, vermutlich jeder, der mit Kunst zu tun hat, hat sie auf die eine oder andere Art geführt. In eigener Sache kann ich mich z.B. an diese Diskussion erinnern.

Natürlich spielt da eine über 2.000 Jahre alte Tradition eine Rolle. Schließlich haben Frauen erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit die Möglichkeit im Kunstgeschehen mitzuspielen.

 

Andererseits führen gleiche Chancen nicht automatisch zu gleichen Ergebnissen. Frauen setzen andere Prioritäten, wählen andere Formate, bevorzugen Kooperation statt Wettkampf. Und sie wollen Sicherheit, ein Grund, warum viele ehemalige Kunststudentinnen Kuratorin oder Kunstlehrerin werden.

 

 

Vielleicht ist auch die Definition davon, was Erfolg ist, falsch.

Was wäre wenn Erfolg sich nicht auf erzielte Preise, die Anzahl von Einzelausstellungen und den Bekanntheitsgrad reduzieren würde, sondern so etwas wie eigene Zufriedenheit und menschliches Miteinander einschlöße?

Die Gewichtung würde mit großer Wahrscheinlichkeit anders ausfallen.

 

Advertisements

24 Gedanken zu “Weibliche Kunst

  1. Nun ist dieses „Geschlechterdenken“ auch in der Kunst angekommen.
    Nein – es stimmt nicht, dass Frauen (zumindest nicht mehr als Männer) Kooperation statt Wettkampf bevorzugen. Man schaue mal in die Kunstvereine – davon gibt es durchaus welche, die NUR Frauen aufnehmen.
    Das hört sich doch sehr nach einem Schrei für allweitig modern gewordene Quotenregelungen an – selbst die wunderbare Frida Kahlo hätte das nicht gewollt.

    1. Nein, leider ist dieses Geschlechterdenken nicht jetzt „auch in der Kunst angekommen“, sondern leider ist es noch immer nicht – nicht einmal in der Kunst – verschwunden. Und das würde selbst die wunderbare Frida Kahlo bedauern.

  2. 1. Leider erzeugt fehlender Erfolg keine Zufriedenheit sondern bedroht die künstlerische Existenz.

    2. Die grösste Gefahr für die Künstlerin: Die Liebe.
    Zugunsten einer vermeintlich harmonischen Paar- und Familienstruktur stecken viele Frauen beruflich zurück.

    3. Die Chancen der Künstlerinnen: Im Alter werden sie stark.

    1. Mir war durchaus bewusst, dass die Schlussfolgerung so nicht aufgeht. die große Gefahr Liebe sehe ich nicht nur als große Gefahr, sondern ebenso als die Fähigkeit, die Prioritäten anders zu setzen, womöglich kann ich nicht wirklich mitreden, aber ich würde die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringen durfte niemals einer „Karriere“ opfern wollen. Und der Punkt ist wohl, dass es sehr weiblich ist, hier das Wort „opfern“ zu gebrauchen.
      Und Punkt Drei ist wunderbar. Und wahr!

  3. Kunst ist m.E. keine Frage des Genders, sondern des Inhalts.

    Ansonsten braucht man nicht 2.000 Jahre in der Geschichte zurückzugehen, 1949 reicht dafür vollkommen aus, als die Kunst in Deutschland leider dem Sozialismus zum Opfer fiel.

      1. Du musst den Blog von ihm oder ihr lesen, dann weißt du Bescheid…Nur das Deutsche trägt den wahren Gedanken durch die Flure der Ausnüchterungszellen…oh jaaaa

    1. Schön wäre es, wenn Kunst keine Frage des Genders, sondern des Inhalts wäre. Um nichts anderes geht es. Genau das wünsche ich mir, und genau das wünschen sich die Künstlerinnen.
      Und den Kopfschütteln, Salavenia, ist wohl eher bei Deinen politisch motivierten Kommentaren angebracht.

      1. Ich fürchte, hier besteht ein Mißverständnis. Was ich einfach nur festhielt war, daß Kunst, meiner bescheidenen Meinung nach, an ihrem Inalt zu messen sei.

        Genderismus, anderserseits, halte ich für eine (gefährliche) Ideologie, und Ideologien sollten, wiederum meiner Meinung nach, bitte keinen Zugang zu dem, was als Kunst bezeichnet wird, erhalten (geichwohl die Realität bedauerlicherweise anders aussieht, aber das ist eine andere Diskussion), gut zu sehen beispielsweise an all dem Übel, daß der Konstruktivismus angerichtet hat.

        Ihr Hinweis auf meine „politisch motivierten“ Kommentare, erschließt sich mir in diesem Zusammenhang nicht. Entweder ist sowieso jegliche Äußerung politisch, oder soll sie politisch motiviert gewesen sei, weil ich das Wort „Gender“ verwendet hatte?

        Die nette Dame, die sich wohl über „1949“ echauffierte, sollte einfach mal in der Wikipadia nachlesen (https://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law), bevor sie ein nächstes Mal intendiert, eine Diskussion auf eine Ebene zu verlagern, die vollkommen unangemessen ist bzw. mit dem behandelteten Thema überhaupt nichts zu tun hat.

        Kurzum, ich sehe wirklich nicht, worin sich unsere Zielsetzungen unterscheiden, der Kunst die größtmögliche Freiheit zuzugestehen.

        Ihnen auf jeden Fall noch einen geruhsamen Sonntagabend.

  4. Danke, liebe Mützenfalterin!
    Und auch in anderen Bereichen sieht es nicht besser aus:

    – in Deutschland verdienen Frauen durchschnittlich 22 % weniger als Männer.
    – Frauen leisten zwei Drittel unbezahlte und ein Drittel bezahlte Arbeit. Bei Männern ist es umgekehrt.
    – die durchschnittliche Altersrente einer Frau beträgt (in Frankfurt) 661,- €.
    Männer bekommen 1.034,- €.
    – An der Johann-Wolfgang-Goethe- Uni gibt es 58 % Studienabsolventinnen, aber nur 18 % Professorinnen.

    – Zwei von fünf Frauen haben in ihrem Leben körperliche Gewalt erfahren.
    – Mädchen zwischen elf und 17 Jahren sind DOPPELT SO HÄUFIG von Essstörungen betroffen, als Jungen.
    – Mädchen sind SECHS MAL häufiger betroffen von sexueller Belästigung als Jungen.

    Vielen Dank für Deine Gedanken!
    Liebe Grüße, mb

    1. Die meisten Ihrer aufgeführten Punkte kann man auch als Mann nur verurteilen. PUNKT.
      Nur – sollte man den Aufwand für Kinder bis zu ihrem Berufsleben in Geld umrechnen.? Welche Partnergemeinschaft könnte sich das leisten. Ich rede von Partnergemeinschaft mit gemeinsamem Bankkonto.
      Wie altmodisch? Mag sein. Aber in solchen Gemeinschaften rechnet man sich den Verdienstausfall meistens nicht gegenseitig auf. Und wie viele Frauen sind hier auf ihre Leistung stolz.? Und wie viele Männer auf die Leistung ihrer Frauen.? Und wie viele Frauen und Männer auf ihre GEMEINSAME Leistung.?
      Was mit Alleinerziehung ist? Die kann man wirklich nicht als höchstes Gut der Evolution betrachten. Man (Mann UND Frau) sollte seine eigenen Werte prüfen, bevor man unschuldige Kinder in die Welt setzt.
      Die Schuldfrage ist den Kindern wurscht.
      Aber DAS hat alles nix mit dem obigen Artikel der Mützenfalterin über Weibliche Kunst zu tun.
      Lebenskunst vielleicht – aber das ist ein anderes Thema. Und da verdienen viele Frauen den allergrößten Respekt – den sie aber in unserer Gesellschaft leider zu wenig erhalten.
      Vielleicht bin ich ja jetzt hier unter 20 Frauenkommentaren falsch.
      Macht nix. Das und nicht mehr – wollte ich sagen.

      Liebe Grüße,
      Michael

      1. Ich mag diese Unterscheidung sehr; in Kunst und Lebenskunst, obwohl – ich würde es vielleicht Erfolg/Karriere vs. Lebenskunst/erfülltes Leben nennen. Da müsste wohl ebenso dringend ein Umdenken erfolgen wie in der Diskussion über Benachteiligung von Frauen in vielen Bereichen.

  5. danke dir, liebe Mützenfalterin, ein Thema, mit dem wir noch lange zu tun haben werden und ich weiß gut wovon ich schreibe, als Frau stand ich lange hinter Männer- später hinter Kinderrücken, die Freistramplerei hält an, nun kommt mir das Alter in die Quere, aber ich gehe weiter, wenn dann eben nur für meine eigene Zufriedenheit … und doch würde ich so gerne teilen, gesehen werden … der Blog ist eine winzige Möglichkeit dafür

    herzliche Grüße Ulli

  6. Guten Morgen,
    natürlich ist es auch eine Frage, wie die Kunstgeschichte mit der Kunst der Frauen umgeht. Wenn über sie nicht berichtet wird, sie nicht gesehen wird, dann geht sie verloren. Eigentlich müsste die Kunstgeschichte auch neu in Hinblick dessen überarbeitet werden. Ein Beispiel für die Kunst, über die nicht berichtet wird, ist die textile Kunst. Es gab gerade jetzt in Wolfsburg eine Ausstellung dazu. Leider habe ich sie aus Zeitmangel verpasst.
    Gender ist dafür das richtige Wort. Gender bezeichnet aber nicht das physikalische sondern das soziale Gechlecht.
    Grüße von Susanne

    1. Zu textiler Kunst gab es unlängst hier in Bielefeld eine sehenswerte Ausstellung. Gender ist ein so weites Feld, ich habe nicht das Gefühl, dass ich tief genug in diese Begrifflichkeit eingetaucht bin, um mich darauf zu beziehen, es ging mir in erster Linie um das, was Du schreibst, die Kunst der Frauen wird weitaus weniger wahrgenommen!

      1. Es ist auch sehr schwer, in den Gender Begriff einzutauchen. Ich habe da auch so meine Schwierigkeiten, aber es ist sehr interessant. Danke für den Hinweis auf die Ausstellung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s