Vom Bärte tragen

 

Ich war elf
Damals trug ich noch einen Bart
Ich hatte den Glauben an Märchen verloren
Und die Magie der Worte 
Noch nicht entdeckt
Ich schrieb ein Wort
In mein Tagebuch
Und unterstrich es
Ich wollte ihm Nachdruck verleihen
Damit ich mich im unvorstellbaren Alter von dreiundvierzig
An diesen Eindruck auf dem Papier erinnern konnte
Damals als Borges, Bernhard und Beckett noch lebten
Und ich einen Bart trug

 

6 Gedanken zu “Vom Bärte tragen

    1. Eine schöne Frage. Denn beim Schreiben war mir der Bart nur als Anspielung auf diese Wendung: das hat einen Bart, bewusst. Aber es stimmt, ich wollte eine Zeitlang ein Junge sein, als Kind. Weil ich so gerne mit Rennbahnen und Autos gespielt habe, und doch immer nur noch eine Puppe bekam.

  1. stark und berührend. für mich ist hier der bart weniger ausdruck von männlichkeit als von wildheit …
    (ich war übrigens auch ein eher wildes kind – ein waldkind, ein baumkind … )

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