Die Mutter

Die Frau tanzt. Sie ist noch jung, und doch ist ihre Schönheit reif und schon bereit für das Opfer des Verfalls.“ (Marguerite Duras)

.

Diese Frau ist meine Mutter. Ich bedauere sie. Aber ich bedauere sie auf die mir eigene, mitleidlose Art. Ich lasse sie nicht aus den Augen. Ich werde ihren Verfall genau registrieren. Nichts wird mir entgehen.

Sie tanzt und während sie tanzt, stirbt sie.

.

[Matrix 2013]

Advertisements

7 Gedanken zu “Die Mutter

  1. Ich bin gerade am Wühlen in meinen Archiven. Photographien aus alten Zeiten, neben anderen vom klein(st)en Herr Ärmel. Meist von einer oder mehreren Frauen umgeben. Häufig mit meiner Mutter. Im Haus, draussen oder auf Reisen. Als ich zwei Jahre alt war, so geht einer der Familienmythen, habe ich jeglichen körperlichen Kontakt zu Frauen starr verweigert. Das hatte sich zehn Jahre später zwar erledigt, aber wenn ich mir jetzt die alten Photographien so anschaue ~~~~
    Grauregnerische Grüsse vom Schwarzen Berg

  2. ja. Sehr schoen beschrieben den Verlauf. Vom Kinde zur Frau und dann zur Mutter. Die Mutter reift zur reifen weisen Frau. und ihr Kind beobachtet den Zerfall des koerpers. Ein sehr interessantes Thema.

  3. Beides, Duras Satz und das, was danach kommt, trifft mich – betrifft uns (alle). Und je mehr ich darüber nachdenke, ist der Reiz der Schönheit vermutlich darin zu finden, dass sie so vergänglich ist. Die Schönheit in allem: Die Physische, die Seelvolle, die Lebende und die des Lebens.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s