Frauen dichten anders

  WER ES KÖNNTE

Wer es könnte
die Welt
hochwerfen
daß der Wind
hindurchfährt.

(Hilde Domin)

Die Anthologie „Frauen dichten anders“ ist ein Buch nicht nur über die Wandlungen der weiblichen Stimme, sondern vor allem und zuerst über die unvergleichliche Kraft der Dichtung.

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11 Gedanken zu “Frauen dichten anders

  1. „Gleichberechtigung, wie ich sie verstehe, wird erst dann herrschen, wenn man nicht mehr über weibliche versus männliche Dichtung sprechen wird, sondern über die Unterschiede einzelner Dichtungen, wenn also die Dichtung im Mittelpunkt steht, statt der Frage, ob eine weibliche oder eine männliche Hand sie niedergeschrieben hat.“ diesem Satz schließe ich mich gerne an und übertrage ihn auf vieles, wie z.B. auf Politik … es ist (leider immer) noch nicht soweit, dass wir das Verbindende darstellen, sondern uns auf das Trennende konzentrieren …

    herzliche Grüße
    Ulli

    1. Zum Thema Gleichberechtigung hat übrigens Noemi Schneider einen hinreißenden Essay geschrieben, den man in der aktuellen Edit nachlesen kann. Ihr Fazit ist ein ähnliches, nur viel schöner formuliert und hergeleitet. Wirklich absolut lesenswert!

      1. online kann ich den Text leider nicht finden, da muss ich wohl mal nach Edit selbst Ausschau halten, neugierig genug bin ich jetzt! danke dir …

  2. Wie schön das Gedicht von Hilde Domin ist!
    Recht hast Du mit den Worten über Gleichberechtigung, die Ulli oben noch mal zitiert hat. Eigentlich müssten die Gestalter solcher Zusammenstellungen das auch merken.

  3. Was mir da stets ein wenig gegen den Strich geht: dass das immer wieder Männer sind, die wissen wollen, wie Frauen dichten, schreiben, lesen – und dass solche Frauen „gefährlich“ seien….Ich wünsche mir solche Themen von Frauen behandelt!

    1. Ja, genau das habe ich gemeint, als ich schrieb, Frauen dichten anders, weil Männer ihr Schreiben beurteilen … Nur leider ist mir diese Formulierung erst jetzt eingefallen, ursprünglich habe ich es viel missverständlicher formuliert.

  4. Die Trommel

    Morgens im Mai die Wiege wiegen?
    In die Schinge mit dem stolzen Hals?
    Für die Gefangene ein Spinnrad, für die Hirtin eine Schalmei,
    Für mich eine Trommel.

    Frauenschicksal reizt mich nicht:
    Vor Langeweile hab ich Angst, nicht vor Wunden!
    Alles, auch Macht und Ehre, schenkt mir
    Meine Trommel!

    Die liebe Sonne ist aufgegangen, die Bäume stehn in Blüte…
    Wie viele noch nicht gesehene Länder gibt es!
    Tilge jeglichen Kummer wie im Flug,
    Kling, Trommel, kling!

    Trommler sein! Allen voran!
    Alles andre ist Betrug!
    Was sonst nimmt die Herzen ein auf der Fahrt

    (Marina Zwetajewa)
    Wenn nicht eine Trommel?

  5. Einer der nächsten Gedichtbände, die den Weg in die Dunkelkammer finden, wird von Hilde Domin sein. Der Plan ist lange, noch länger habe ich keinen Gedichtband gekauft. Dabei ist es mir egal, ob die Lyrik von einer Frau oder einem Mann geschrieben ist.
    Schöne Grüsse vom Schwarzen Berg

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