2013 – Ein Rückblick

Januar

Im neuen Jahr mit einem uralten ICE und Kater von Berlin zurück in die Provinz gefahren.

Nach gut einer Woche kommen Kälte und Sonne zurück.

Ende Januar liegt zentimeterhoch Schnee. Ich feiere eine Geburt, die auf einmal schon zehn Jahre zurückliegt.

Außerdem: die Beschäftigung mit Marina Abramovic, der Großmutter der Performance und den eigenen Großmüttern.

Februar

Weiter in alten Fotos gewühlt. Viele Gesichter unbekannt und niemand mehr, der sie benennen könnte.

István Kemény entdeckt.

März

Der Winter hält sich hartnäckig. Wieder nicht zur Messe nach Leipzig gefahren. Dafür ganz unerwartet den Literaturpreis der Isla Volante gewonnen. Noch einen Gedichtband von István Kemény ausfindig gemacht. Den wunderbaren Roman von Olga Martynova gelesen.

April

Verpasste Chancen. Krankheit. Mißverständnisse.

Aber auch das Gedicht von Dorothea Grünzweig. Vom Finden und Verlieren.

Mai

Wenige schöne Tage, große Kälte weit über die Eisheiligen hinaus. Ein Kindergeburtstag. Valeria Luiselli .

 

Juni

Immer noch kein Sommer. Ende Juni die Versuchung, die Heizung anzustellen. Ein Seminar, zwei Gallenkolliken. Christine Lavant mit ihrer zeitlosen Prosa.

Juli

Die Narben wachsen. Am Körper und in der Seele.

Claire Keegan als Schwester Christine Lavants entdeckt.

August

Zunächst keinen bezahlbaren Urlaub gefunden. Dann einfach drauf losgefahren. Drei Tage Hamburg, dann weiter nach Husum, Abschlusstag auf Amrum.

María Luisa Blancos Gespräche mit António Lobo Antunes gelesen und Hiob von Joseph Roth entdeckt.

Aber auch vom Tod Wolfgang Herrndorfs gelesen.

September

Die neue Schule. Die Wiederentdeckung der Duras.

Oktober

Ein goldener langer warmer Monat. Noch einmal Luft holen, Licht tanken vor dem Winter. Abschiede, Änderungen und Sofronievas wunderbarer Gedichtband.

Ein kleiner Pflaumenbaum wächst jetzt in unserem Garten heran. 

November

Nebelwände, die sich mit anmutiger Grausamkeit durch die Landschaft bewegen.

Und dann ist Peter Kurzeck tot.

Dezember

Kurz danach stirbt auch Peter Urban. Wie fast immer zum Ende des Jahres Überdruss. Gepaart mit der Vorfreude auf ein Neues Jahr. Völlig irrational, aber nicht weniger wirkmächtig. Geschichten von Fremdheit, Sehnsucht, Einsamkeit und der heilenden Kraft der Poesie bei Francisca Ricinski: Als käme noch jemand.