Clarice Lispector

An den Setzer

 

  1. Februar 1968

 

 

Entschuldigen Sie meine vielen Vertipper. Die liegen erstens daran, daß meine rechte Hand verbrannt ist. Zweitens weiß ich nicht, woran.

 

Eine Bitte hätte ich: Verbessern Sie mich nicht. Die Interpunktion ist der Atem des Satzes, und meine Sätze atmen so. Und falls Sie mich komisch finden sollten, üben Sie trotzdem Respekt. Sogar ich selbst habe lernen müssen, mich zu respektieren.

 

 

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14 Gedanken zu “Clarice Lispector

  1. Manche Pädagogen scheinen es begriffen zu haben. Meinem jüngesten wurde nichts an der Rechtschreibung verbessert. Später hat er fehlerfreie Aufsätze geschrieben. Ohne Angst. Ich finde das faszinierend.

    1. Das hängt bei den Lernenden auch davon ab, wie sie mit „Literatur“ bekannt werden. Wer sich statt mit Buchstaben vorwiegend mit Icons beschäftigt, wird die „Rechtschreibung“ nicht profund lernen.
      Schöne Grüsse vom Schwarzen Berg

      1. Hab ich den Text dort droben nicht richtig verstanden , das ist doch Frau Lispector die dort schreibt und die wirft die Worte wie dunkle und helle Kamellen durch die luft, ich habe den Eindruck und ich hoffe ich täusche mich nicht, zuerst kommt es darauf an, alle verrücktheiten aus dem Kopf zu schreiben und sich dann erst um die rechte Hand zu kümmern.

    1. was das angstfreie angeht, was meiner meinung nach das wichtigste ist, für das lernen, kommt es vermutlich mehr noch auf den respekt an, den lehrer den kindern entgegenbringen, als auf die tatsache, ob die rechtschreibung verbessert wird, oder nicht.

      1. Respekt ist ein soziales Verhalten auf Gegenseitigkeit. Beim Lehrer verlangt man das ebenso schnell, wie man schon bei jüngeren Kindern Individualismus & Kritikfähigkeit gerne „fördert“. Diese Eigenschaften erzeugen im täglichen Miteinander allzuoft ein Gegeneinander.
        Schöne Grüsse vom Schwarzen Berg

      2. Das eine geht, m. A., ohne das andere nicht. Natürlich wurde ihnen später klar gemacht, wie die Regeln zu verstehen sind. Ersteinmal sollten sie – ohne Rücksicht – Spass an der Sprache und am Schreiben entwickeln. Und so etwas geht sicher nicht, wenn man Angst vor Verbesserung haben muß. Für viele war das gar nicht nachvollziehbar.

      3. Da hast Du natürlich Recht, erst einmal darf die Freude am Schreiben, an den Worten, nicht getrübt werden, da sollte erst einmal das Lob stehen, für jeden kleinen Fortschritt, aber auch dann, wenn Regeln ins Spiel kommen, kann das auf eher angstfreie Weise vermittelt werden, oder eben rigide in Form von Bestrafungen und Noten.

      4. Ich finde das sehr richtig, „Respekt ist ein soziales Verhalten auf Gegenseitigkeit“, wie es Herr Ärmel formuliert. Respekt heißt ja, m. A., „Rück-Sicht“. Das müssen Kinder und Erwachsene immer wieder üben. So etwas fällt nicht vom Himmel. Wenn man das gelernt hat, dann sind „Individualismus & Kritikfähigkeit“ gute Eigenschaften.

        Ein schönes Wochende und ggf. Frohe Weihnachten.

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