Vertreibung

Die Veränderungen das sind irgendwann nur noch die Verluste. Es bedeutet, ohne jemanden auskommen zu müssen, ohne etwas, das früher selbstverständlich war. Die Treppen nach oben laufen, ohne Atemnot zu bekommen und Haare zu kämen, die ausnahmslos glänzend schwarz waren.

 

Man vertreibt sich die Zeit nicht länger, als jemand, der von der Zeit vertrieben wurde.

 

18 Gedanken zu “Vertreibung

    1. gar nicht so leicht, wie sie zuerst aussieht deine fragen, man könnte antworten; ja, man kann ihr die hoffnung entgegensetzen, oder – wie das ja einige der kommentatoren getan haben, dass alles auch seine guten seiten hat. ich glaube aber gerade, dass es u.u. viel hilfreicher und – zumindest für mich – gesünder ist, die dinge einfach auszuhalten, nichts schönzureden, sondern anzunehmen, was ist. und das ist nicht immer nur schön.

  1. Die Veränderungen, daraus wird irgendwann zunehmende Freude. Es bedeutet, ohne Personen oder Dinge auszukommen, die man früher für selbstverständlich hielt. Wege gehen, ohne Atemnot zu erleiden und die Welt in ihrer Schönheit zu sehen.

    Man vertreibt sich die Zeit nicht länger als jemand, der von der Zeit getrieben wurde.
    Sonnige Grüsse vom Schwarzen Berg

    1. ja, das ist eine perspektive, die ich gerne annehmen kann, dass am ende der veränderung (der jeweils anstehenden) wieder etwas schönes steht, ein ganz neues atem schöpfen z.b.
      die sonne ist hier zwar mitlerweile untergegangen, aber es war ein herrlich stürmischer tag…

  2. Ich glaube auch, dass die Veränderrungen durchaus auch eine Sonnenseite haben. Vielleicht ächzen die Gelenke, die Maschinerie weisst hier und da sicher Verschleisserscheinungen, aber es kommt doch auch sicher etwas hinzu. Zeit, Muße, Erfahrungen….

  3. Gut ist, wenn man sich so gut ausfrücken kann wie Du. Einen Satz, der quälend im Innern sitzt, wegschicken. Antworten erhalten. Daneben sich mit so vielen Schriftstellern verbunden fühlen können, das ist auch eine besondere Gabe!

    1. schön, was du da schreibst. ja, so sehe ich es auch, es ist manchmal sehr entlastend, die dinge einfach nur ausdrücken zu können und niemals ist man dabei wirklich allein, immer sind die, die schon vorher darüber geschrieben haben vorbilder und leitbilder oder einfach begleiter.

  4. Wann ist „irgendwann“? In deinem Text scheint es in der Vergangenheit zu liegen. Es könnte aber auch morgen sein, viel später, vielleicht nie. Bevor die Veränderungen Verluste werden, sind/waren sie Bereicherungen. Meine Mutter pflegt zu sagen: ich bin ein abbauender Haushalt. Sie ist 83. Ich dachte bereits mit 23, ein abbauender Haushalt zu sein. Ohne hier zu präzisieren, wie lange das her ist, kann ich jetzt sagen: so viel kann man nicht abbauen.

    1. irgendwann meint ganz sicher, meint: es ist nur eine frage der zeit, bis es auch dich erwischt. der körperliche (und vielleicht irgendwann geistige) abbau, das leben mit immer mehr verlusten und schließlich der tod.
      trotzdem ist deine einschränkung natürlich richtig und wichtig, dass die verluste bereicherungen waren, sonst würden sie sich nicht anfühlen wie verluste. dafür kann man dankbar sein – (manchmal, wenn man es kann), aber es trägt auch dazu bei, dass es noch schwerwiegender empfunden wird, sie verloren zu haben, diese bereicherungen.

    1. das ist ja das schönste, wenn man schreibt und nicht nur wahrgenommen wird, sondern darüber hinaus erfährt, dass dem einen oder der anderen das was man schreibt, etwas bedeutet.
      herzlichen dank!

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