Abgrund

Ankommen, abreisen. Die Möglichkeit, sich selbst zu verlassen. All dieser Blödsinn. In den Gedanken.

Auf der anderen Seite, das was ich sehe: Ein weinendes Kind an der langfingrigen weißen Hand einer Frau, die Tafel mit den Abfahrtszeiten der Züge, inklusive Verspätungen.

Und auf einer Bank vor dem Zeitschriftenladen sitzen ein Mann und eine Frau. Sie reden sehr leise miteinander, schweigen lange, sehen sich an. Ich habe das Gefühl, sie bewegen sich mit entschiedener Zärtlichkeit auf einen Abgrund zu. Aber vermutlich denke ich das mit dem Abgrund nur, weil ich mich nicht erinnern kann, jemals gesehen zu haben, wie mein Großvater mit meiner Großmutter gesprochen hat. Sie hat das Wasser von ihren Beinen zum Herzen steigen lassen (geduldig), damit sich wenigstens irgendetwas auf sie zu bewegt.

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6 Gedanken zu “Abgrund

  1. ich lese jetzt schon zum dritten Mal deinen Text und jedes Mal schnürt sich mir am Ende die Kehle zu …
    gefällt mir stummt eigentlich nicht, aber dein Text ist, wie so oft und von mir geschätzt, so unglaublich glasklar, keine Schnörkel, nur sagen, was war, was ist, was sich dir zeigt …

  2. Ich bin gerade sehr froh darüber, deinen Blog gefunden zu haben. Es wird in den unendlichen Netzwelten so viel geschrieben und es ist nicht leicht, solche Seiten wie deine zu finden…mit Worten, die nachklingen und starke Bilder erzeugen…wie am Ende dieses Textes, das ist wie eine kalte Dusche…aufrüttelnd. Ich freue mich auf mehr.

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