António Lobo Antunes

Das Problem ist, die “Primworte” – im mathematischen Sinne – zu finden. Diejenigen, die nur durch sich selbst teilbar sind und durch die Einheit, und mit ihnen zu arbeiten.

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13 Gedanken zu “António Lobo Antunes

  1. Über Primworte habe ich auch schon mal nachgedacht. Als Kind.
    Da erschien es mir geradezu selbstverständlich, dass es diese geben müsse.
    Was aber könnten das für Worte sein?
    Liebe, Tod, Leben?

  2. Ich stelle mir eine, im Gegenteil, von allen Überfrachtungen durch Bedeutung befreite Sprache vor, stripped to the bones sozusagen, eine Art Knochengerüst der Sprache. Eine Sprache, die nach herkömmlichem Verständnis dann vermutlich vollkommen ver-rückt anmutet.

  3. Ich glaube dieser Satz klingt geheimnisvoller, als er ist und sein will. In den Gesprächen mit Maria Luisa Blanco, aus denen ich dieses Zitat entnommen habe, spricht er an anderer Stelle davon, dass er es als Aufgabe des Schriftstellers betrachtet, möglichst nah an das Gefühl heranzukommen, das ein Wort ausdrücken soll. Das wäre für mich die Einheit, durch die Worte dann nur noch teilbar sind, und alles Überflüssige, lediglich Geschwätzige, würde verschwinden. Etwas ähnliches gibt es ja in Gedichten, die in sehr wenigen Zeilen nicht nur Welten, sondern Seelenlandschaften öffnen, von denen man bis dahin vielleicht nicht einmal etwas gewusst hat.

  4. Ich denke, es geht um das essentielle Wort.
    Das Primwort mag dem recht nahe kommen, aber ob es ein und das selbe ist, das ist mir nicht ganz klar.

    Das zu finden, ist eine Aufgabe.

    Oder das schönste Wort, auch eine Aufgabe.

    So wie in Donnie Darko, dort hält die Lehrerin einen Vortrag über ihr Lieblingswort „Cellar door“.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Cellar_door

    so ein Wort hätte ich auch gerne…

    1. Ich finde Deinen Widerstand gegen das Primwort sehr interessant. Denn eigentlich (aber das kann durchaus an mir liegen) sehe ich keinen Unterschied zwischen einem essentiellen Wort und dem Primwort, wie Lobo Antunes es versteht, es geht doch darum, den Kern freizulegen, möglichst nahe an das heranzukommen, was sich nicht weiter aufteilen lässt. Und mir persönlich gefällt gerade der mathematische Zusammenhang in diesem Fall, als harte Grenze sozusagen, als etwas berechenbares, also als sinnvollen und nutzbaren Gegensatz zur poetischen Sprache, der aber eigentlich gar kein Gegensatz ist. Und das schönste Wort, was sollte das sein? Vor allem aber, abgesehen von einer gewissen Beliebigkeit, weil der eine schön findet, was für den anderen Kitsch sein kann, ist es eine ganz andere Aufgabe, das Primwort zu suchen, als das „schönste“ Wort, das schönste Wort kann auch einfach nur einlullen, das Primwort will treffen.
      Donnie Darko ist ein Film, wenn ich das richtig ergoogelt habe, ich kenne den Film nicht, kann mir aber durchaus vorstellen, dass so ein Vortrag über ein Lieblingswort mitreissend sein kann.
      Danke jedenfalls für Deine Gedanken zu den Primworten.

  5. Für mich, ich denke über das oder die Primworte nach, stellt sich die Frage, inwieweit so ein Wort nicht eine höchst subjektive Angelegenheit ist.
    Ein Wort, dass mir persönlich, aber auch in seiner Absolutheit sehr viel Bedeutet, dass nicht teilbar ist, das Wort ist ”Vater“.
    Ist das nun subjektiv richtig, oder absolut?

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