03. September

Bloggen macht mich schizophren. Vermutlich habe ich ohnehin eine Anlage dazu, sicher ist nicht dieses Medium allein Schuld. Überhaupt Schuld, wieder so ein großes Wort. Ich genieße es, meine Entdeckungen, meine Meinungen und nicht zuletzt meine Texte teilen zu können. Und ich mag es nicht, das alles zu teilen. Ich mag es nicht, dass ich bevor ich etwas veröffentliche, meine eigene Zensur durchlaufen muss, ich mag es nicht, dass auf einmal Menschen, die ich nie von Angesicht zu Angesicht kennen lernen werde, Dinge von mir wissen, von denen ich eigentlich froh bin, dass sie niemand von denen weiß, denen ich Tag für Tag begegne. Ich mag es nicht, dass ich mir diese Fragen stelle, und trotzdem, fast täglich etwas veröffentliche.

 

Ich mochte es, mir mit meinem Mützenfalterin Blog einen Raum geschaffen zu haben, in dem ich bloggen konnte, was mich gerade beschäftigte, ohne klares Konzept, offen für Fotografie wie für Malerei, Literatur und die eigene Kleinkunst. Und jetzt mag ich manchmal genau das nicht. Es ist mir zu offen. Zu viel Arbeit für die Zensurbehörde, der die klaren Richtlinien fehlen.

 

Vielleicht ist das Bloggen eine Art Fortbewegung von der eigenen Zensur.

 

 

 

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