Wärme

Es wird sein wie immer, sagte sie sich.

 

Einer wird reden, die anderen werden schweigen.

 

Das Verständnis bleibt draußen vor der Tür.

 

Die Zeit verstreicht,

 

in den nüchternen Momenten vergeht sie einfach nur.

 

Diejenigen, die noch Träume haben,

 

tun gut daran, sie für sich zu behalten.

 

Die Wärme hält sich im Raum, bis jemand die Tür öffnet.

 

 

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16 Gedanken zu “Wärme

  1. Beim Lesen des Textes musste ich an Kunstvereinssitzungen denken, da geht es auch so zu , dass einer redet und die anderen auf das Ende warten und sich frische Luft wünschen.

  2. Ich sehe dabei eine Szene. Ein Führer oder Diktator hält Reden von dem, was richtig und was falsch ist. Alle lauschen, viele schlucken ihre Ideale runter, die anderen begraben ihre Wünsche. Alle nicken, verstehen können sie nicht, weil der Raum geschlossen ist. Selbst eine kleine Brise wird sie nicht mehr umstimmen können.

  3. Die Atmosphäre, die ich heraus spüre, ist mir leider nur allzu vertraut. Und es sind ganz unbedeutende Reden, die hier geschwungen werden. Wer jetzt kein Traumhaus hat, der baut sich auch keines mehr.

      1. Gerade kommt willi vorbeigeflogen, setzt sich eine Weile auf meine Fensterbank und sieht mir zu. Er hat mir einen Vers mitgebracht und läßt schön grüßen:

        das glück
        hat eine komische gestalt.
        darum lächeln die,
        die es gesehen haben.

        Ps.: eine Mütze voll Schlaf wirkt manchmal wunder.
        mick

  4. Mh. Egal mit welchem Interpretationshintergrund, mich hat der Text sehr angesprochen. Er transportiert für mich einfach ein bestimmtes Gefühl.
    Manchmal finde ich es so aussichtslos Träume zu haben, gerade was meine eigenen betrifft.

  5. Müde oder ausgeschlafen: Träume für sich behalten kann manchmal wichtig sein. Gnauso, wie es oft wichtig ist, davon zu erzählen. Eins steht für mich fest: Ohne Träume ist alles nichts.

  6. Eine treffende Verdichtung des „so ist es“. Die Wärme hält sich im Raum, bis jemand die Tür öffnet. Für mich eine Aufforderung aus dieser Lethargie
    und Müdigkeit auszusteigen. Ich übernehme die Verantwortung für mein Handeln und öffne die Tür. Das Gedicht macht mich auf diese Möglichkeit aufmerksam, läßt mir als Leser/in aber die Wahl, auf den „rechten“ Moment zu warten oder die Initiative zu ergreifen. Für mich steckt darin auch Ironie.
    Wir alle warte darauf, das es gerade „paßt“, wir überlassen gerne anderen die Entscheidungen und sitzen und sitzen und sitzen ……im Mief.
    Liebe Grüße, ich bin neu hier, die blogs von Jan Kuhlbrodt haben mich hier her geführt
    Hanna Scotti

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