Yann Andréa

Ja, das glaube ich: Die Anwesenheit besteht jedesmal, wenn der Name gesagt wird, jedesmal, wenn das Wort gelesen wird. Es gibt kein Jenseits, es gibt diese andauernde Gegenwart, hier und jetzt, etwas wie Ewigkeit, was sich jeden Augenblick ereignet, etwas, was da ist in der gleichen Zeit wie unsere Zeit, in dieser Welt und dennoch außerhalb der Welt.

(aus “Diese Liebe”)

 

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Das schweigende Kind

Es regnet auf die Straßen und Plätze, auf die Flüsse und Dächer. Und auf das schweigende Kind. Jetzt kann niemand mehr unterschieden, ob die Tropfen in seinem Gesicht vom Regen kommen, oder ob es Tränen sind. Niemand wird fragen. Und sollte jemand fragen, wird es die Schultern heben, und damit ist alles gesagt.

Gewitter

Gewitter - Isla volante
Gewitter – Isla volante

sich den ahnungen zu verschließen genügte nicht. mit jedem gewitter brachen sie erneut auf. dann stand sie lange am ufer. unbeweglich. sah wie sich die farben änderten und bewegten. immer schneller. wie die luft immer stiller wurde, um kraft zu sammeln für den großen donner nach dem sie nach hause lief. niemals vorher.

Eine Hand voll Wasser

Eine Frau, die darauf wartet, dass die Tage kürzer werden.
Ein Mann, der glaubt, die Verbote sind Vorboten.
(wovon fragt er nicht).
Ein Kind, das seine Geduld tief eingegraben hat,
an einem sehr geheimen Ort, um sie bloß nicht zu verlieren.

Eine Hand voll Wasser.
Gehalten von einem Gedicht.

Zehn mal eins

Die Unsichtbarkeit des eigenen Gesichtes.

Das ist Einsamkeit.

Oder Demut.

Anders als die Zahlen, sind die Worte nicht eindeutig.

Sind sie unberechenbar?

Brücken zwischen Mißverständnis und Verständnis.

Ohne Einsamkeit entsteht Geschriebenes nicht, schreibt Marguerite Duras, oder es bleibt blutleer.

Wie viele Arten der Einsamkeit gibt es?

Einsamkeit: Einen Samen in die Zeit legen.

Warten, dass er aufgeht.