Ismet Prcic – Scherben

Einige Rezensenten schreiben von den postmodernen Erzähltechniken, derer sich Prcic bedient, oder davon, dass am Ende seines Romanes wenig Geheimnisvolles bleibt. Ich habe „Scherben“ anders gelesen. Als den Bericht eines vom Krieg zutiefst geschädigten Ichs, das, um zu überleben, versucht, die Scherben irgendwie zusammen zu setzen. Ein verstörendes Buch. Gewaltig und traurig schön.

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7 Gedanken zu “Ismet Prcic – Scherben

  1. Wie schön, wie schön! 🙂 Ich lese das Buch gerade, habe mittlerweile die Hälfte geschafft und bin bisher sehr angetan und berührt. Wenn ich durch bin, werfe ich einen Blick in deine Besprechung. Ich freue mich schon darauf!

  2. „Du siehst ihn an, das Schwein. Das Grinsen in seinen Augen. Du willst sagen, ich bin Mustafa Nalic, aber du kannst es nicht. Du willst ihm verzeihen. Im Grunde deines Herzens willst du ihn in die Arme schließen, aber du hast Angst, ihm dabei das Rückgrat zu brechen. Du willst ihm die Hand schütteln, aber du fürchtest, du könntest ihm den Arm auskugeln. Du willst ihn auf die Wange küssen und anspucken.“

    Ich überlege gerade, ob ich mir das auf Englisch oder Deutsch holen soll. Hast du in die englische Version einmal reingelesen? Meine beste Freundin ist Bosnierin. Ich habe die ganze Zerrissenheit mitbekommen. Ich glaube, dass wir deshalb beste Freundinnen geworden sind, obwohl wir nicht wussten, warum wir uns voneinander angezogen fühlten – bereits als Sechsjährige.

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