Ismet Prcic – Scherben

Einige Rezensenten schreiben von den postmodernen Erzähltechniken, derer sich Prcic bedient, oder davon, dass am Ende seines Romanes wenig Geheimnisvolles bleibt. Ich habe „Scherben“ anders gelesen. Als den Bericht eines vom Krieg zutiefst geschädigten Ichs, das, um zu überleben, versucht, die Scherben irgendwie zusammen zu setzen. Ein verstörendes Buch. Gewaltig und traurig schön.

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Ein Mann

 

Es gibt einen Mann. Er hasst mich.

 

Wir spielten uns unsere Schatten zu

 

wir trafen uns mit unseren Schatten.

 

Wir warfen unsere Schatten auf das Licht

 

das die Bäume vor der Tür in die Landschaft legten.

 

Dann traten wir aus dem Schatten

 

wie aus einem Haus.

 

 

Wir versuchten es anders zu machen.

 

Du wirfst Deinen Schatten voraus

 

und ich komme nach

 

sagte ich.

 

Aber der Mann der mich hasst

 

traute mir nicht.

 

Er dachte ich könnte schneller laufen als er

 

(ich kann schneller laufen als er)

 

und ihm seinen Schatten wegnehmen.

 

Dann hätte ich seinen Schatten in der Hand

 

und würde vor ihm herlaufen.

 

 

Du hast ja einen Schatten

 

würde er sagen.

 

Nein zwei würde ich entgegnen

 

und Du?

 

Ich hasse Dich würde er antworten

 

Und einen Schatten nach mir werfen.

 

Weiß der Himmel woher er den schon wieder hat.