Ernst Herbeck

Zum ersten Mal habe ich in einer Rede von Peter Esterhazy für Peter Nádas von Ernst Herbeck gehört, in dieser Rede zitierte Esterhazy ein Gedicht Herbecks. Jetzt hat Mónika Koncz eine sehr schöne Besprechung über einen vermutlich sehr lesenswerten Gedichtband mit Herbecks Gedichten geschrieben: Der Hase!!!

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Eine Viertelstunde in Wolfenbüttel

 

Drei Männer auf Gleis zwei. Einer trägt eine schwarze Baseballkappe und Sonnenbrille, kurze grüne Hosen und ein blaues T-Shirt, er döst sitzend, die Arme auf eine weiße Stofftasche gelehnt. Neben ihm unterhalten sich zwei dunkelhaarige Männer, einer von ihnen hat einen Vollbart, der andere trägt eine gelbe Plastiktüte mit dem Aufdruck „Netto“. Der Mann mit Bart trägt weiße Leinenhosen und ein grünes T-Shirt, sein Haupthaar ist schulterlang und schütter. Der andere Mann hat kurze aber volle Haare.

 

Auf den Gleisen liegt eine zerbrochene Vodkaflasche. Der Sekundenzeiger der Bahnhofsuhr dreht seine Runden. Busse verlassen das Depot. Menschen verlassen den Bahnhof. Die drei Männer warten. Dösend. Schweigend.

 

Der Mann mit der Netto Plastiktüte findet einen anderen Gesprächspartner. Im Windschutz des Rauchbereich Schildes zündet sich der Mann mit Vollbart eine Zigarette an. Neben den dösenden Mann setzt sich eine Frau mit weißer Jacke und dunkelblauen Jeans. Auch sie raucht.

 

Die einzigen Geräusche kommen von der nahegelegenen Straße, wenn ein Fahrzeug die Bahngleise überquert, scheppert es.

 

Wolfenbüttel steht auf einem blauen Schild über dem rot-weißen Fahrkartenautomaten.