Das verborgene Leben des J.D. Salinger

Meine Beziehung zu J.D. Salinger ist eine ganz besondere. Ich will gar nicht viel dazu erzählen, nur dass mir sein Fänger im Roggen vor vielen vielen Jahren fast das Leben gerettet hat, auch wenn ich im Nachhinein Franny und Zooey noch viel viel besser finde. Seltsamerweise habe ich mich nie gefragt, wer dieser Mann eigentlich ist, wer er war, das steht doch alles mehr oder weniger in den Geschichten, das was man wissen muss, als Leser. Und seine Entscheidung weiter zu schreiben, ohne noch etwas zu veröffentlichen, das war für mich immer seine Entscheidung, radikal und irgendwie bewundernswert. Aber ganz sicher nicht zu hinterfragen. Dennoch gab und gibt es diese Nachstellungen, dieses vermeintliche Recht auf das Privatleben eines Autors, nur weil seine Geschichten vielen Lesern so viel bedeuten. Und weil sie nun schon einmal geschrieben und auch noch übersetzt worden ist, habe ich diese Biografie über sein „verborgenes Leben“ gelesen, und mir meine Gedanken dazu gemacht. Vielleicht gerade deshalb plädiere ich dafür immer wieder seine wunderbaren Bücher zu lesen, statt solcher Machwerke.

Äquivalent zur Weigerung Salingers, sein Privatleben offen zu legen, wird auch Slawenskis Biografie zu einer Geschichte von Übergriffen durch die Medien, und der Unfähigkeit des Medienbetriebs, einen einfachen Wunsch, wie den Salingers, dass nicht über ihn geschrieben wird, zu respektieren. Mehr zu Slawenskis Salinger Biografie hier.

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Die einzigartige Zeichnung jeglichen Unglücks

Es kommt ja nicht darauf an, was man liest. Aber wie man es liest, darauf kommt es an. Wenn es um das Ankommen geht, um das Ankommen und nicht um das Aufkommen, um das es bereits vorher gegangen ist, weil vor dem Ankommen jemand aufkommen muss für die Möglichkeit irgendwo anzukommen.
Und jedes Denken, das zum Nachdenken verführt, ist eine kreisrunde Bewegung.