Confessional Poetry

Ich hatte die kleine Poetologie von Andre Rudolph schon vor zwei Jahren im Jahrbuch der Lyrik sehr aufmerksam gelesen,

heute ist mir bei der lektüre von anne sexton zum ersten mal aufgefallen, dass ich seit anderthalb jahren confessional poetry schreibe, mittlere ergebnisse bislang, dennoch habe ich das gefühl, ich kann dieses genre noch mal ein kleines stück vorwärtstreiben, auf seine grenzen hin; oder auch nicht. was mir immer wieder bauchschmerzen bereitet, ist der ästhetizistische konsens meiner generation. soll es das schon gewesen sein? was ist mit den drängenden notzuständen der seele, terrorisiert vom gedicht? was ist mit den schmerzhaft gelingenden lieben, den leerlaufenden trieben, terrorisiert vom gedicht?

Ich weiß nicht viel (um nicht zu sagen nichts) vom „ästhetizistischen konsens“, aber diese Frage, dieses Drängen nach mehr, nach einem Gedicht, das Gewalt ausübt, Macht, sogar Terror, das hat meinen Nerv getroffen.

Und überhaupt ist das hier nur die langatmige Einleitung, um eine meiner Meinung nach sehr gelungene Rezension zu einem vermutlich ebenso gelungenen Gedichtband (ich werde ihn mir jedenfalls besorgen), zu empfehlen:

Die Chuzpe Ich zu sagen. Andre Rudolphs Gedichtband confessional poetry. Von Hellmuth Opitz.

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