Olga Martynova – Mörikes Schlüsselbein

Aha, das wäre das dann – ein Schneehaufen werden. Das wäre das, was er nie gemacht hat und nie vorhatte zu machen. Zu einem Schneehaufen werden – niemand wird dich finden, niemand wird dich begraben müssen. Dann kommen Kinder und machen einen Schneemann aus dir. Dann kommt der Frühling und macht eine Pfütze aus dem Schneemann. Dann kommt die Sonne und macht Dampf aus der Pfütze. Dann kommt der Winter und macht Schnee aus der Wolke. Dann kommen Kinder. Du aber wirst nicht mehr sein.

Mein Lieblingsbuch 2013. Das Jahr hat zwar gerade erst angefangen, aber ich bezweifle, dass dieser Roman zu überbieten ist.

12 Gedanken zu “Olga Martynova – Mörikes Schlüsselbein

  1. der Ausschnitt gefällt mir SEHR und … was soll ich sagen? das Buch kommt auf die Liste …
    gerade eben lese ich im zweiten Anlauf von Hilde Domin „das zweite Paradies“ und an sich könnte der Belistift nur noch unterstreichen, anstreichen … soviel zu den Paralleluniversen 😉

    liebgrüß

  2. wow! eine schöne art der auflösung. könnt ich mir gut vorstellen – alternativ zu würmern meine ich. nur dürfte man nicht frieren dabei.

    im ernst: ein starker text/ausschnitt. danke für den tipp!

    herzlich, soso

  3. Liebe Mützenfalterin,
    dein Kommentar bei mir hat dazu geführt, dass dieses Buch hier mittlerweile auch schon liegt und darauf wartet, gelesen zu werden. Ich freue mich sehr auf die Lektüre und der zitierte Ausschnitt von dir macht auf jeden Fall Lust darauf, das Buch bald zu lesen. 🙂

  4. Liebe Mützenfalterin,
    allein diese kleine passage macht mich kribbelig auf weiteres und so werde ich, wenn ich wieder auf den beinen bin (ein virus hat mich voll erwischt und ich fühle mich wie ein schneemann im frühling) dieses buch holen.
    Danke für diesen Tipp!

    1. Ja, dieses wirst Du Dir noch kaufen müssen ;-). Aber ich habe auch eine Entwarnung für Dich, von den letzten Rezensionsexemplaren haben mich einige nicht besonders überzeugt. Allerdings werde ich die dann vermutlich nicht hier verlinken .
      Ich habe mir erstmal den poet bestellt, in dem Du auch vertreten bist.

  5. Schon ihre Lesung beim Bachmannpreis (und der spannende Verlauf der Preisvergabe) haben meinen Mann und mich letztes Jahr überzeugt. Ich finde sie sehr sympathisch – und schreiben kann sie! Wie üblich ist mir persönlich dann das Buch ein wenig aus dem Blickfeld geraten – Herrje, es gibt so viel Spannendes, Neues UND Altes… Darum danke für die Erinnerung! 🙂

    1. Sehr gerne, und mit dem größten Vergnügen habe ich das gemacht. Ihre Romane sind, und das sage ich nicht so daher, wirklich ein Geschenk für mich. Ich durfte sie bei einer Lesung erleben, als sie noch eher unbekannt war, und habe dort die Erfahrung gemacht, dass sie noch sympathischer ist, als sie auch bei Bachmann schon erschienen ist.

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