Gedanken und Bahnhöfe

Gleise

Manchmal treffen die Gedanken ein wie Züge. Auf unterschiedlichen Gleisen. Einige mit erheblicher Verspätung. Andere, als könnten sie es nicht erwarten, den Ort an dem sie fahrplanmäßig Halt machen, wieder zu verlassen. Um so schnell wie möglich zurück zu finden zur Gleichförmigkeit der Gleise, einer Fortbewegung, die sich selbst vergisst, kein Ziel kennt und weder Geduld noch Ungeduld.

Von Thomas Bernhard ist diese Aussage bekannt, er fühle sich an keinem Ort, aber auf dem Weg von einem zum anderen Ort, am wohlsten. Und diese Aussage sagt etwas über mich aus. Die Tatsache, dass sie mir hier und jetzt und in diesem Zusammenhang einfällt, dass sie mir überhaupt im Gedächtnis geblieben ist. Weil sie zu Bahnhöfen passt und zu meiner Lust, mich dort aufzuhalten, ob ich nun einen Zug besteige oder nicht.