Schnee

Schnee
Schnee

I

Jetzt blieb der Schnee liegen und der Mann legte sich dazu. Der Mann ist nicht lebensmüde. Er wird wieder aufstehen, nach Hause gehen, seine Kleider vor dem Ofen trocknen. Er wird sich nicht einmal erkälten.

Aber jetzt liegt er hier im Schnee, denkt daran, wie Kinder „Engel“ machen im Schnee. Er selbst aber bewegt sich nicht.

Ein Hund beschnuppert ihn, eine Frau schreit. Er schließt die Augen und wartet.

Wartet, bis es Zeit ist, um aufzustehen.

II

Meine Stimme (oder vielmehr das Echo, das ich für meine Stimme gehalten habe), verhallte in den Weiten. Gründlich ausgelöscht als der erste Sonnenstrahl auf den schneebedeckten Boden traf.

Ich erinnerte mich an den Mann, der regungslos im Schnee gelegen hatte. Irgendetwas sagte mir, dass er nicht tot war, und dass ich ihn nicht berühren, nicht mit ihm reden durfte.

Der Schrei, der dann aus meinem Mund kam, war etwas ebenso Fremdes und Unheimliches wie der Mann. Und die einzige Möglichkeit weiterzugehen.