Nur so

„Nur so“, sagte das Mädchen, „einfach nur so“. Sie sah aus wie eine, die meint, was sie sagt. Der Mann sah sich ihre Hände an. Er liebte ihre Hände. Besonders wenn sie die weißen wollenen Fäustlinge trug. Sie ließen sie so unschuldig aussehen.
„Warte hier“, sagte das Mädchen, „es wird nicht lange dauern.“
Sie entriss dem jungen Mann ihre Hände und lief zur Tür. Der Mann stand da mit hängenden Armen, verloren. Sie hätte ihm wenigstens ihre Handschuhe dalassen können, fand er. Er blieb stehen. Genau dort, wo das Mädchen ihn verlassen hatte. Nicht einen Millimeter hatte er sich bewegt, als sich die Tür wieder öffnete und das Mädchen vor ihm stand. Ihren Wangen waren rot.
„Was hast du gemacht?“, fragte er sie.
„Geredet“, sagte sie, „nur geredet.“
Ihre Handschuhe steckten in ihren Manteltaschen.
„Worüber?“, fragte der Mann.
„Komm, gehen wir Kaffee trinken“, sagte das Mädchen und hüpfte dem Mann voran.
„Sieh doch, es schneit!, sagte sie.
Kurz bevor der Mann sie einholte, lief sie wieder voraus, breitete die Arme aus, legte den Kopf in den Nacken und drehte sich im Kreis. Die Schneeflocken landeten vorsichtig auf ihrem Mantel, ließen sich behutsam auf ihren dunklen Haaren nieder, verfingen sich in ihren Wimpern.
Sie sahen sich nur bei Schnee. Wenn der Schnee unter den Füßen knirschte und den Verkehr lahmlegte, rief sie ihn an.
„Komm“, rief sie in den Hörer, „lass uns spazieren gehen“.
Und ihm blieb keine Zeit, seine Handschuhe zu suchen. Sobald er ihre Stimme gehört hatte, konnte er an nichts mehr denken. Er flog ihr entgegen, die Kälte spürte er nicht.
Ihre Augen waren blau und klar. Er sah sein lächerliches Spiegelbild im Glanz ihrer Augen. Unbeholfen und tölpelhaft kam er sich vor. Ein Schauer durchlief ihn. Seine Haare stellten sich auf, alle Muskeln zogen sich zusammen, um dieser Welle von Kälte zu trotzen. Dann ergriff er ihre Hände und konnte sich an nichts erinnern, außer, dass er sie liebte.