Lateinamerikanische Lyrik

Ein hervorragender und sehr differenzierter Artikel über die mangelnde Resonanz lateinamerikanischer Lyrik in Deutschland und die Gründe dafür, auf den die Lyrikzeitung heute aufmerksam macht.

Schade ist nur, dass nicht auf den Hochroth Verlag oder auf SuKulTur eingegangen wird, die die wunderbaren Übersetzungen Timo Bergers verlegen und vertreiben.

4 Gedanken zu “Lateinamerikanische Lyrik

  1. Liebe Mützenfalterin,

    danke für diese beiden sehr interessanten Artikel. Ja, es ist eine hohe Kunst Lyrik in eine andere Sprache zu übersetzen und glaube, dass einE ÜbersetzerIn selbst ein lyrisches Herz braucht, um Worte im richtigen Takt von einer Sprache in die andere transportieren zu können- mitfühlen vorausgesetzt, denn gerade Lyrik braucht doch das Gespür-

    Lateinamerika … ja, es stimmt, das Interesse ist abgeflacht, wenn ich es mit den achtziger Jahren und den frühen neunziger Jahren vergleiche, ich frage mich gerade, ob es auch daran liegt, dass viele LateinamerikanerInnen und auch UreinwohnerInnen immer noch sehr kampfbereit sind?! Es scheint, als ob Globalisierung dort nicht so greift, wie es sich manche wünschen …?!

    herzliche Grüße
    Ulli

    1. Danke für diesen – auch sehr differenzierten 😉 – Kommentar, liebe Ulli. Mir ist zwar aufgefallen, dass es kaum noch Übersetzungen aus dem Spanischen gibt, allerdings wäre ich von selbst nicht auf die Idee gekommen, dass es auch an nicht so gelungenen Übersetzungen liegen könnte, ich kannte ja nur die von Timo Berger, auf lyrikline hat er fast alle spanischsprachigen Gedichte übersetzt und meine Neuentdeckungen Washington Cucurto und Luis Chaves ja auch. Vielleicht nimmt er sich auch noch Claribel Alegría vor, dann muss ich nicht versuchen, es selbst stümpferhaft zu übersetzen. Denn mir fehlt einfach der Wortschatz, und vor allem das ganze Hintergrundwissen.

  2. Ich stehe vor dem selben Problem, wenn ich ein persisches Gedicht oder einen persischen Text ins Deutsche übersetzen will. Es ist einfach nicht machbar, Reimformen und Wörter 1:1 zu transportieren, denn dabei geht der kulturelle Inhalt verloren, die wichtigen Bedeutungen, die ein Wort wie „Granatapfel“ bei den Iranern hat. Wie soll man das überbrücken?

    Jetzt etwas Interessantes: Persische Gedichte lassen sich aber etwas besser ins Englische übersetzen. Und deutsche Gedichte und Texte lassen sich leichter ins Persische übersetzen als umgekehrt. Unfassbar!

    1. Genau das ist es, Sherry, man muss so viel wissen, nicht nur wie die Worte in der anderen Sprache heißen, sondern was sie bedeuten. Und dann der Klang… Und immer wieder die Frage, wie weit man sich vom Original entfernen darf, oder ob gerade die Nicht Entfernung alles vollkommen entfremdet. Es ist wohl wirklich, wie Andreas Tretner sagt, immer wieder ein Versuch, das Unmögliche zu schaffen. Aber das Wunderbare ist ja, manche schaffen es eben.

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