Die Unebenheit der Betrachtung

Das Verlöbnis der Zeit mit etwas außerhalb ihrer selbst. Loben und geloben und dann weitergehen. Nicht darüber hinaus, aber darüber hinweg.

Ein Stirnrunzeln und die drei magischen Sätze der Taxifahrer.

 

Geheimsprachen und das Verstummen der Einsamen. Kraftlosen.

Erst muss man den Mund halten, dann kann man begreifen, was verschwiegen worden ist.

 

Ich verlor mich in der Unebenheit der Betrachtungen. Ein Auge ist kein Auge und einer der zuguckt noch lange keiner der sieht.

 

Die kleine Frau packt ihren Koffer. Es ist ein roter Koffer. Er ist leicht. Die kleine Frau reist stets mit kleinem Gepäck. Erst muss man ankommen in der Bewegungslosigkeit der Zeit, dann kann man aufbrechen, neue Sprachen, Menschen, Länder entdecken, für eine kurze Zeit vergessen, dass sich alles gleicht und es Abenteuer nennen.

 

Die Namen und die Rollen, die wir ihnen zugestehen. Wie kann man etwas begreifen, wofür man keinen Namen hat?

Am Anfang war das Wort. Später das Bild. Aus beiden entstand der Traum vom Festhalten der Beweglichkeit.

7 Gedanken zu “Die Unebenheit der Betrachtung

  1. „Wie kann man etwas begreifen, wofür man keinen Namen hat?“ – begreifen (falls es überhaupt geht) ist für mich ausserhalb von worten. und ausserhalb von namen.

    dein text – ein wortzauber nach dem anderen – stellt mir frage um frage und ich ahne, dass jeder versuch einer antwort, neue fragen gebiert.

    das mag ich an deinen texten. sie bewegen mich …

    danke!

  2. Ich danke Dir für diesen Text! Für die Sprache vor allem und die Bilder, die sie mir unmittelbar zur Verfügung stellt.
    Du hast dieses Talent, in einem einzigen, zumal kurzen Satz, eine ganze Szenerie zu liefern, die bildlich und inhaltlich stimmig ist und dennoch ganz viel Raum lässt, eine ganz andere Geschichte darin zu lesen.
    Ich lese das sehr gerne!
    mb

  3. Manche deiner Worte lösen nur Fragezeichen in mir aus. Was mich aber spontan anspricht ist: Erst muss man ankommen in der Bewegungslosigkeit der Zeit, dann kann man aufbrechen… Dazu bekomme ich ein großes JA in mir :).

    Liebe Grüße
    Marion

  4. Es fällt mir schwer, auf Kommentare zu meinen Texten zu antworten. Ich liebe Diskussionen, wenn es um Dinge geht, die mich interessieren, aber meine Texte…
    Nur so viel vielleicht: ich freue mich sehr über eure Reaktionen, über das Lob ebenso, wie darüber, das meine Worte hier und da nur Fragezeichen auslösen.
    Danke
    die Mützenfalterin

  5. Das Festhalten der Beweglichkeit halte ich für keinen Traum. Wort und Bild sind eher doch immer (wenigstens) Deutungsversuche und natürlich ihrerseits ebenso der Bewegung unterworfen. Was soll man denn sonst machen, außer Wort und Bild? Wenn man das berücksichtigt, dann lässt sich mit dem Festhalten ein kleiner Frieden schließen, oder? Mehr geht eh´ nicht. „Festhalten“ ist immer so unmodern, es klingt so unreflektiert und unklug stets, warum eigentlich? Ohne Festhalten wüssten wir, mindestens, nichts. Oder sogar noch weniger. Ich mag das Festhalten, bekenne mich dazu, würde aber niemals behaupten, dass ich deshalb etwas begreife.

  6. Wer sagt denn, Herr Schneck, dass Träume nicht auch in Erfüllung gehen können? Wort und Bild und auch Musik sind doch immer Versuche, dem Unbennbaren nahe zu kommen, eine Ahnung davon zu vermitteln, die man im besten Fall mit anderen teilen, aber niemals begreifen kann.
    Was das Festhalten angeht ist es gut, wenn man es so gestaltet, dass Raum bleibt für Bewegung und Veränderung. So in etwa verstehe ich auch den bezaubernden kleinen Film le mer, den Sie letztens auf Ihrem Blog mit uns geteilt haben.

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