Das Haus

Ein Haus im Süden. Der Putz ist abgeblättert. Das Haus ist alt. Möglicherweise nicht mehr bewohnt. Ein stummer Zeuge für Geschichten, die sich in ihm abgespielt haben.

Die Frau wird das Haus kaufen. Koste es, was es wolle. Es ist ihr Haus. Das für sie bestimmte Haus. Sie hat ein wenig Geld. Nicht sehr viel, aber genug, dass man ihr Kredit geben wird, dass sie eine Hypothek aufnehmen kann auf das Haus. Sie ist krank. Sie wird nicht mehr lange leben. Das Haus ist ihr letzter Wunsch. Sie glaubt, dass man ihr diesen letzten Wunsch nicht abschlagen kann.

In der Nacht hat sie von einer Frau geträumt. Erfolgreich, schön und beliebt. Diese Frau hatte sich erschossen und während sie starb dachte die Sterbende: Und ich lebe noch. Noch immer.

Dann war es vorbei. Die Frau war tot, das Entsetzen über ihren Tod breitete sich aus.

 

3 Gedanken zu “Das Haus

  1. hm, jetzt muss ich das mehrmals lesen. im letzten satz bleibe ich hängen. sind nun beide tot, gell, auch die kranke hauskäuferin?

    ein text, der mich überfällt. er passt zum bild. er geht unter die haut. er ist wie das bild … rauh und unfassbar.

    danke für deine kleine geschichte vom sterben.

    herzlich, soso

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