Lee Miller – Die Nachkriegszeit

Beinahe zehn Jahre lang wurde Miller vom MI 5 überwacht. Der Britische Geheimdienst wurde zunächst wegen Roland Penrose, Millers zweiten Ehemann, auf sie aufmerksam. Penrose wurde verdächtigt mit dem stalinistischen Regime Russlands zu sympathisieren. Auch die Freundschaft Millers zu Wilfred McCartney, einem ehemaligen Mitglied der KPD, der wegen Spionage für Russland jahrelang inhaftiert war, machte Miller dem MI 5 verdächtig. In den Berichten des Geheimdienstes wird Miller als „violently anti-Nazi“ beschrieben.

Chris Andrew, Geschichtswissenschaftler beim MI 5 schreibt über Lee Miller: „What is not sufficiently realises is that her career was absolutely unique in British History. There had never been anybody like her before, there’s no reason to think there will be anyone like her again.“

Während Miller die Zeit als Kriegsberichterstatterin scheinbar schadlos überstand, begann das Leiden in den Friedenszeiten. Nach Ende des Krieges reiste sie noch eine Weile durch Europa, um die Folgen des Krieges zu dokumentieren.

Die Trennung von Sherman, ihrem Partner während der Kriegsreportagezeit, verstärkte ihre Lethargie. Erst als Sherman ihr telegrafiert, „Go home“, kehrt sie endlich zurück zu Penrose.

1947 wurde sie schwanger und heiratete Penrose. Im September 1947 wird ihr Sohn Antony geboren. Im April schreibt sie einen Artikel über die Geburt für die Vogue. Gelgentlich macht sie noch Modeaufnahmen. Sie beginnt über Kunst zu schreiben und macht Porträtaufnahmen, überweigend von Künstlern. Eine wirkliche Neuorientierung gelang ihr jedoch nicht.

Lee Miller und ihr Sohn Anthony

Ihr Arzt diagnostizierte [in offener Verkennung des posttraumatischen Zustandes, unter dem Miller mit ziemlicher Sicherheit litt]: „Ihnen fehlt nichts. Aber wir können die Welt nicht permanent im Kriegszustand halten, damit Ihr Leben aufregend bleibt.“

Miller leidet unter Depressionen, vermutlich aufgrund der nicht erkannten posttraumatischen Belastungsstörungen, die sie mit Alkohol „behandelt“. Die Arbeit fällt ihr schwerer, es wird immer unmöglicher, Termine einzuhalten, so dass Penrose Whiters schließlich überredet, Lee keine Aufträge mehr zukommen zu lassen.

Millers Depression verstärkt sich, als Penrose sich ernsthaft in eine andere Frau verliebt. Erst ein längerer Aufenthalt Lees in Amerika bringt Entspannung. Während der Arbeit von Roland Penrose an einer Picasso Biografie, begleitet Miller ihren Mann bei der Recherche und bei Besuchen bei Picasso, dabei entstehen eindrucksvolle Fotos. Dennoch ist ihre Foto-Karriere weitesgehend Vergangenheit. Nach und nach gelingt es ihr,  den Alkohol in den Griff zu bekommen. Die fehlenden Fotoaufträge kompensiert sie durch eine neue Leidenschaft, das Kochen surrealistisch inspirierter Speisen.

1977 stirbt Lee Miller auf Farley Farm an Magenkrebs.

Werbeanzeigen

Glückmomente

Vor einigen Tagen, habe ich einen kleinen Tagebucheintrag veröffentlicht, es ging darum, dass ich zufrieden bin, aber nicht glücklich. Heute hat Sherry, einen kleinen Artikel über das Glück geschrieben, darüber, was sie glücklich macht. Und sie hat mir damit die Augen geöffnet. Ja, Glück ist auch eine Haltung, eine Art, auf die Dinge und das Leben zu sehen. Dank ihrer Zeilen, habe ich mich erinnert (und zwar durchaus körperlich), wie viele Kleinigkeiten, mich glücklich machen. Und jetzt sitze ich hier und versuche ein paar schöne Sätze einer großen Dichterin, die ich euch demnächst vorstellen möchte, zu übersetzen, und bin (ungelogen und unübertrieben) glücklich.

Danke Sherry.