Der Riss

Eine sehr ruhige Oberfläche.

Kein Prinz würde kommen, um sie wach zu küssen. Die Zeit arbeitete nur noch auf diesen großen endgültigen Schlaf hin.

Im wachen Zustand hätte sie sich eingestehen müssen, dass sie gescheitert war, dass sie jetzt mit den kleinen flüchtigen Beschäftigungen die Scherben so zusammenhielt, dass sie sich immer noch einreden konnte, was man da sah, sei nichts weiter als ein Riss. Ungeschickt geflickt vielleicht. Aber nicht erheblich.

Darum blieb sie liegen. Blieb ihr Leben liegen. Sie betrat es nur noch selten, mit vorsichtigen Schritten (um nicht noch mehr zu zerstören. Wer weiß wieviel Erschütterung der Riss verträgt), schließlich gar nicht mehr.

Sie hatte versagt. Sich weitere Schritte versagt. Wortlos, kampflos und sehr gründlich.

4 Gedanken zu “Der Riss

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s