Claude Cahun

Caude Cahun wurde am 25. Oktober 1894 als Lucy Schwob in Nantes geboren.

Während sie sich als Schriftstellerin einen Namen machte, wussten die wenigsten von ihren Fotografien. Ihre Selbstbildnisse waren für sie eine ganz private Angelegenheit, die sie nie öffentlich gezeigt hat. In jeder ihrer Fotografien benutzte sie den eigenen Körper als Projektionsfläche, um kulturelle Stereotypen, besonders die geschlechtlichen Zuschreibungen,  zu unterlaufen.

1925 erklärte sie über die Anordnung zur Zwangsschließung der homosexuell orientierten Zeitschrift Inversions: Meine Meinung über die Homosexualität und die Homosexuellen ist genau die selbe wie meine Meinung über die Heterosexualität und die Heterosexuellen; Alles hängt von den Individuen und den Umständen ab. Ich verteidige das Recht der Leute, sich zu verhalten wie sie wollen.

Claude Cahun Selbstportrait um 1929

„Männlich, weiblich? aber das kommt auf den jeweiligen Fall an. Neutrum ist das einzige Geschlecht, das mir immer entspricht, schreibt sie in ihren „Nichtigen Bekenntnissen“.

1932 tritt sie in die kommunistische Partei ein und beteiligt sich in den folgenden Jahren an den politischen Aktivitäten der Surrealisten.

Als die Nazitruppen 1940 die englische Insel Jersey besetzen, formiert sich umgehend Widerstand. Flugblätter und Plakate mit Antikriegsparolen tauchen auf, vom Kirchturm weht eine Fahne mit der Aufschrift „Jesus starb für die Menschen, doch die Menschen sterben für Hitler“. Bis die Gestapo die Urheber dingfest machen kann, vergehen vier Jahre. Im Juli 1944 werden Claude Cahun und ihre Freundin Suzsanne Malherbe verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wird schließlich aufgehoben, aber während der Zeit der Inhaftierung wird in Cahuns Landgut eingebrochen und zahlreiche Manuskripte werden vernichtet.

Claude Cahun stirbt am 8. Dezember 1954 auf Jersey.

10 Gedanken zu “Claude Cahun

    1. ich meinte es auch nicht in abgrenzung zu den sonst vorgestellten frauen, sondern als eigene definition von personen, die ich meine kennen zu müssen/von ihrer existenz gewusst zu haben, jenseits von namen, die man meint, kennen zu müssen.

  1. Sie war ein absolut faszinierendes menschliches Wesen. Ein Bild von ihr möchte ich noch in meine virtuelle Sammelmappe legen. Mangels Zeit für eine entsprechende Würdigung werde ich mir dann erlauben, auf Deine zu verlinken…

  2. Danke für den Beitrag. Ein Blick in die meisten Bibliothekskataloge zeigt, dass man sie ja tatsächlich sehr konsequent vergessen hat. Und wenn ich es recht sehe, gibt es etwa zu „Aveux non avenus“ bis heute nicht mal eine deutsche Übersetzung.

    Gerade lese ich „Diese Gezeiten“ – ein Roman von Katharina Geiser, der Cahuns Zeit in Jersey aufgreift. Auf ihrer Webseite hat die Autorin auch eine Datei mit Bildmaterial der Flugblättern von Cahun abgelegt. Da es vielleicht interessant sein könnte, hinterlege ich es hier mal. Vielleicht sind Dir die Sachen aber auch bereits bekannt.

    Beste Grüße!

    Klicke, um auf katharina-geiser_diese-gezeiten_backstage.pdf zuzugreifen

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