Herbst

Diesmal fühle ich wie es mich betrifft

Wenn die Blätter braun werden

Und zu Boden fallen

Als hätten sie jede Erinnerung an das Grün verloren

Der süßliche Geruch beginnender Fäulnis

Von dem was nicht rechtzeitig geerntet wurde

Die Liebesgeschichten haben ihr Verfallsdatum überschritten

Ich selbst bin es die Herbst wird

20 Gedanken zu “Herbst

  1. Und ich dachte, es gäbe keine schöne (man entschuldige dieses gewöhnliche Wort) Lyrik mehr. Verwöhnt von Rilke & Co. und genervt von den überambitionierten Lyrik-Ergüssen untalentierter Möchtegernpoeten, welche derzeit das Internet fluten, gab ich es schon auf.

    Vielen Dank, für dieses kleine Herbstgefühl.
    Elena

  2. „Als hätten sie jede Erinnerung an das Grün verloren“
    ich liebe diesen satz und dachte heute morgen, als ich nach dem lüften das fenster wieder schloss: wie sehr es schon nach herbst riecht! wie war doch gleich der duft von trockenem heu? ich wusste es nicht mehr. nur, dass ich ihn wiedererkennen werde, wenn er nächstes jahr wieder da ist.

    ein wunderbarer text, ein melancholischer text, der dir da gelungen ist.

  3. Melanscholisch und schön. Beim Lesen irritiert mich aber die Organisation der Zeilen, ich habe den Eindruck, dass Inhalt und Rhythmus eine andere verlangen (will sagen: ich verstehe nicht warum Du Dich für die vorliegende entschieden hast, was aber nicht heißen soll, dass sie falsch ist oder ähnliches). Eine Variante (inklusive einiger Änderungen):

    Herbst

    Ich fühle, wie es mich betrifft,
    wenn die Blätter braun werden
    und zu Boden fallen, als hätten sie
    jede Erinnerung an das Grün verloren.

    Der süßliche Geruch beginnender Fäulnis,
    das, was nicht rechtzeitig geerntet wurde.

    Die Liebesgeschichten haben ihr Verfallsdatum
    überschritten. Ich bin es, die Herbst wird.

      1. Ich schrieb nicht, dass irgendjemand etwas ändern möge, sondern nur was mir beim Lesen auffiel — und wenn schon, dann sollte darüber die Autorin befinden, richtig?

        [Übrigens ist es, nach einer Veröffentlichung, nicht mehr ausschließlich ihr Kunstwerk; wer nicht teilen will, soll nicht veröffentlichen. — Etwas enttäuschend diese Diskussionen…]

      2. Und ich wünsche mir im Gegenzug, dass zwischen Meinung und Argument unterschieden wird. Wenn die Autorin darauf beharrt, dass sie so gefühlt, gehört und ihr Herz nach diesem Rhythmus geschlagen hat, ist das in Ordnung. Aber von einem Leser geäußert, ist das eine eigenartige Immunisierung, die, Verzeihung, ich schreibe das nicht um zu streiten, doch jedes sinnvolle Gespräch über den Text beendet, bevor es noch begonnen hat.

      3. Das, was du schriebst, war eine Meinung. Eine, nach deinem Empfinden. Du teiltest mit, warum du ihr Werk anders geschrieben hättest. Das, was ich schrieb, basiert auf Erfahrung, die, die ich mit Mützenfalterin gemacht habe, die, die mir bis heute gezeigt hat, dass sie Lyrik und Texte so ernst nimmt, dass sie mehr als nur einen halben Gedanken daran verschwendet hat, warum sie etwas so und nicht anders schreibt. Es kann natürlich sein, dass ich gerade diesmal falsch liege, trotzdem basiert mein Einwand eben doch auf Erfahrung und dein Erster nur auf deinem subjektiven Geschmack. Also fordere bitte keine Argumentation, wenn du lediglich eine Meinung äußerst [wobei meine Äußerung ja wenigstens auf Erfahrung basiert.]

        So, und nun äußere ich dir meine Meinung, und auch die ist nicht böse gemeint und kann von jedem anderen hier – inklusive Mützenfalterin – völlig anders gesehen werden, als ich es sehe: Ich persönlich finde es sehr „irritierend“, wenn jemand mir den Pinsel aus der Hand nimmt und mein Kunstwerk verändert. Zumindest, wenn es jemand ist, der nicht in meinem Kopf und nicht in meiner Brust sitzt oder den ich nicht zu meinem Mentor auserwählt habe. Das kann jeder anders sehen, es gibt sicherlich viele, die dankbar dafür wären, aber meiner Meinung nach ist das etwas, das man nie ungefragt tun sollte. [Solltest du vorher gefragt haben oder sollte das etwas sein, das ihr öfter tut und in völligem Einvernehmen geschieht, entschuldige ich mich natürlich für diesen Roman.]

        Ich wünsch‘ dir einen schönen Tag.

      4. Ich sollte mich als Autorin und Bloginhaberin wohl kurz zu dieser Auseinandersetzung äußern. Es liegt mir nicht besonders meine Texte und Gedichte zu verteidigen, ich glaube ein Autor kann das auch nur bedingt, es ist schon richtig, dass man die Texte frei lässt, los lässt sobald man sie einer Öffentlichkeit präsentiert, und dann auch durchaus mit Kritik rechnen kann und soll. Es gibt dann aber eine Kritik mit der ich mich auseinander setzen kann und will und eine, die ich lese und hinnehme, ohne reagieren zu wollen. Metepsilonemas Kritik gehörte zu der letzteren Sorte. Da hört ein Leser einen anderen Rhythmus, eignet sich das Gedicht auf seine Weise an und stört sich am Ursprungs Zeilensprung. Was soll ich dazu sagen? Das ist eine Differenz, die ich weder beseitigen will noch kann, aber ich will eben auch nicht begründen, warum ich die Zeilen so gesetzt habe, weil es genau so ist, wie Sherry vermutet, sie entsprachen meinem Sprachgefühl, meiner Gliederung. Was mir fehlt, um mich auseinander setzen zu wollen und zu können, ist eine Begründung. Begründete Kritik kann sehr fruchtbar sein. „Einfach den Pinsel aus der Hand“ zu nehmen, wie Sherry es ausdrückt, um das Werk zu verändern, finde ich hingegen auch irritierend.

      5. Nö. Ich schrieb, ich habe den Eindruck, dass Inhalt und Rhythmus eine andere [Gliederung] verlangen. Damit ist die Umstellung der Zeilen begründet, und mein Kommentar keine bloße Meinung.

        Zu Deiner Erfahrung, gerne noch einmal: Lassen wir Frau muetzenfalterin doch einfach selbst antworten, mein Kommentar ist ein Diskussionsangebot, das mich Zeit gekostet hat (es erfordert im Übrigen sich in einen Text hinein zu fühlen und zu finden), man kann es annehmen wenn man mag, oder eben nicht und ich freue mich über Kritik an meinen Texten, die mir fast immer weiter geholfen hat, selbst wenn sie schmerzhaft war; andererseits verstehe ich, dass man in Zeiten wie diesen lieber beim Like-Button bleibt. Oder beim „Ach-wie-schön-und-toll“. Aber weitergebracht hat das noch keinen.

        Dennoch: All dies ist, wie ich meine, immer noch, einzig und allein, Sache der Autorin.

      6. @muetzenfalterin
        Ich möchte hier keinen über Gebühr nerven, aber vermag eine andere oder sehr ähnliche Version nicht das Bewusstsein und die Reflexion über das, was man geschrieben hat, und wie, anzustoßen? Wäre das nicht wichtig?

        Ich wünsche noch einen schönen Tag!

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