Achter Tag

Betrachtungen über die Einsamkeit. Jona als Paradebeispiel für Einsamkeit. Einer, der sich der Gemeinschaft verweigert,indem er schweigt. Seinen von Gott erteilten Auftrag nicht ausführt, weil seine Rede Wirkungen hätte, die ihn zum falschen Propheten machen würde. Seine Besinnung in der Dunkelheit des Walbauches. Seine Rettung und Läuterung.

Der gescheiterte Versuch, Collodis Pinocchio auszuleihen, weil der Standort nicht eindeutig war und die Zeit zur Suche fehlte.

Selbst als die Kinder schon 5 und 6 Jahre, oder sogar älter waren, fürchteten sie sich vor Geschichten, in denen große Fische vorkamen, vor der Geschichte von Jona und auch vor der von Pinocchio.

Die einzige Art, auf die ich mit dem Schmerz der Erinnerung (als unweigerlich Vergangenem) umgehen kann, ist darauf zu beharren, dass all diese Erinnerungen da sind, lebendig, als Teil von uns, von dem, was aus uns geworden ist.

Auster dazu:

Erinnerung also nicht als die Vergangenheit in uns, sondern als Beweis für unser Leben in der Gegenwart. Wer wirklich in seiner Umgebung anwesend sein will, darf nicht an sich selbst, sondern muß an das denken, was er sieht. Um da zu sein, muß er sich vergessen. Und aus diesem Vergessen kommt das Erinnerungsvermögen. Auf diese Weise kann man sein Leben so leben, daß nichts davon verlorengeht.“

Die Vergangenheit vergessen, um präsent zu sein, obwohl sie immerzu ein Teil ist, ein Teil des Lebendigen, die Perspektive bestimmt, das was wir sehen, wie wir es sehen. Aber was mir wirklich gefällt, ist dieser Gedanke, dass erst aus dem Vergessen Erinnerung entsteht. Erst wenn ich mich vergesse, von mir absehe, kann ich die Einsamkeit der Erinnerungslosigkeit überwinden.