14 Gedanken zu “Möglichkeiten

  1. Ja. Vielleicht. Ich dachte letztens daran, wie merkwürdig es ist, dass wir unseren Leidenschaften automatisch eine ernst zunehmende Wahrhaftigkeit zuschreiben, so als spräche da die reine Weisheit und nicht vor allem unsere Lust. [Entschuldige, dass war gar nicht „dein Thema“, aber es fiel mir dazu ein.]

    1. Vielleicht, weil Leidenschaft nicht nur Lust ist, sondern auch Schmerz, und weil es viel über uns aussagt, wenn wir dadurch herausfinden, für was wir bereit sind, soviel Leidschaffendes [Leidenschaft] auszuhalten. Und vielleicht verwechseln wir Weisheit mit Wahrhaftigkeit, und sollten es nur bei der Wahrhaftigkeit belassen. Denn Leidenschaft ist vielleicht nicht weise, sondern nur das, was unserem Kern so nahe ist, dass es heiß ist wie Feuer. Wir sind uns – während wir „leidenschaften“ – unseren animalischen Anteilen und unserer edlen Seele zeitgleich nahe.

      Vielleicht.

      1. das sind schöne gedanken, meine liebe! ich denke nur an ihre zerstörungskraft an ihr destruktives element und wie leicht sie werte wie loyalität, treue, etc zu zerstören weiß. ob sie wirklich so wahrhaftig ist. oder kleidet sie sich oft nur in dieses kleid??

      2. Das ist ein sehr schönes und bereicherndes Gespräch, das hier zwischen euch geführt wird und wie Mary richtig anmerkt, mündet es in die Frage, was Leidenschaft eigentlich ist.

  2. so ist es und auch anders:
    „Wir haben eine Wirklichkeit, und Möglichkeiten, sie zu umgehen.“
    oder sie uns anzuschauen
    Aber meistens wohl nicht…

  3. Wir haben Kinder und Gedichte. Eine Schönheit neben der anderen. Doch der stärkste Satz ist für mich: „Wir haben eine Wirklichkeit, und Möglichkeiten, sie zu umgehen.“ Und ich glaube, wir tun unser ganzes Leben lang nichts anderes. Bei der Erfindung des Wortes waren wir schon sehr weit, es fing schon an, als wir die Welt in Dinge kategorisierten und Gebärdensprache entwickelten.

    1. Der größte Schmerz ist die Sprache, diesen Satz und viele andere wunderwahre Sätze habe ich heute im Poetenladen in der Rede von Ulrich Koch gefunden.
      Unser Leben ist ein einziges Paradox, scheint es manchmal, vielleicht weil es Gefühle (und Leidenschaften) gibt und die Möglichkeit, sie zu benennen (nicht zu begreifen, aber das verwechseln wir immerzu), zu kategorisieren und einzuordnen, damit entfernen wir uns von uns selbst unter dem Vorwand einander anders nicht verstehen zu können.

  4. Im Gewirr der Pfade, Umgehungen und Nebenwege fällt es sicher manchmal schwer, die eigentliche Richtung noch zu erkennen. In einem Arbeitsberg zu stecken und noch vieles vor uns her zu schieben, lässt die Zeit und die Möglichkeit, durch Leidenschaften Unvorhersehbares, auch Ungewünschtes entstehen zu lassen, schrumpfen. Interessante Zusammenhänge hast Du erwähnt. Danke. Kinder und Gedichte- das hat sich mir eingeprägt.

  5. „…uns im Schattenreich der Verpflichtungen aufzuhalten, die vor den Leidenschaften schützen.“ und da treten mir die Tränen in die Augen… und gleichzeitig stellt sich die Frage, was muss ich wirklich, um zu überleben und die Miete zahlen zu können und was meine ich nur und halte mich somit von all dem ab, was, wie ich kaum müde werde zu erklären, wirklich wichtig ist. Und wenn es mir doch so wichtig ist und dort mein Herz wohnt, warum fehlt genau hier der Biss?

    Gedanken zum weiterspinnen, auch die von Sherry und Miriamsamara…
    lG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s