Wie der Brunnen mich verschluckte, nur aufgrund seiner vorstellbaren Tiefe

Die Rolle, die man mir zugeteilt hatte, machte mir den Gar aus. Ich schrieb einzelne Sätze, und mied jeden Zusammenhang. Ich mühte mich ab und glaubte weder dem Durst noch dem Brunnen.

Ich wollte einen Punkt machen, nicht immer wieder ein Komma. Ich verzweifelte, während ich die Fäden einsammelte (einholte), um sie zu verknoten. (nicht fähige, die Segel zu setzten).

Wenn mir die Menschen zu nahe kommen, stürze ich ein, verliere ein Gesicht, das sich erkenntlich zeigen könnte. Verneble und verschwinde zwischen einer gerunzelten Stirn (hinter der ein Sturm tobt, der von sich selbst behauptet: ich bin das himmlische Kind. Ich bin eine Behauptung, aber du gibst mir Namen, hinter denen du dich verbirgst. Weil du noch immer nicht bereit bist, dich zu entscheiden, etwas zurück zu lassen, um in etwas anderem aufzugehen.)

 

Ich bin eine ratlose Blume, kurz vor dem Verblühen. Nur meine Blüten abzuwerfen, kann mich davor bewahren, endgültig gebrochen zu werden. Ich kenne den Unterschied zwischen Verblühen und Verwelken. Aber ich bin nicht fähig, Konsequenzen daraus zu ziehen. Als könnte ich nur lesen, aber niemals verstehen. Ich träume von Wasser und versinke im Schlaf, bis ein Satz mich weckt. Ein Satz, der mich verrät, ohne dass ich ihn verraten kann.

Ich höre Stimmen und Schreie und scheitere an einem Geplauder.

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9 Gedanken zu “Wie der Brunnen mich verschluckte, nur aufgrund seiner vorstellbaren Tiefe

  1. „Ich höre Stimmen und Schreie und scheitere an einem Geplauder.“ – Hm, ich auch. Klingt irgendwie ein wenig nach Hilfeschrei. Ich kann da nicht einfach applaudieren. Hoffnung habe ich deshalb, weil ein Du angesprochen wird. Allerdings verstehe ich’s dann doch nicht.

  2. Tom, ich verstehe den Text auch nicht ;-). Das erlaube ich mir hier einfach, einen Text einzustellen, den ich selbst nicht verstehe. Kann man für sich selbst unverständlich um Hilfe schreien? Vermutlich.
    Hoffnung habe ich, weil schon wieder ein wunderbarer Sommertag anbricht. Den will ich auch gar nicht verstehen, nur genießen. Ich hoffe Du auch.

  3. …ich liebe solche texte…wo das verstehen hinter der sprache beginnt…wo das verstehen auch nicht so wichtig ist…wir wollen ja meist alles verstehen und ärgern uns, wenn wir auf unser eigenes unverständnis stoßen…deshalb liebe ich texte, dich ich mal nicht verstehe…das tut einfach mal gut…wie ein wunderbarer sommertag…lg hendrik

  4. gefällt mir sehr gut, der Text, und auch wenn man nicht jedes einzelne deiner Bilder scharf erfassen kann, geben sie zusammen etwas, worin ich mich verschwommen wiederzuerkennen meine.

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