Zu sprechen wie ein Gebet zur richtigen Stunde

Auf den Gemeinplätzen trifft man sich

Um einander die Pläne zu stutzen

Und Worte auszutauschen

Die das Leben in ein Kassengestell einfassen

Die vom Einklang der Welt erzählen

Mit dem Singsang kommunistischer Freudlosigkeit

Dort glaubt man an die Gültigkeit von Begriffen

Die die Sehnsucht mit Schuhen versehen

In denen sie tanzen kann

Aber niemals laufen lernt

Zu den aufgebahrten Worten

Zu sprechen wie ein Gebet

Zur richtigen Stunde

7 Gedanken zu “Zu sprechen wie ein Gebet zur richtigen Stunde

    1. Nein, Nicht steif, eher feurig, aber so gestrig feurig – erfahrungsgemäß ist das dann halt Asche, verbrannt, ausgebrannt, leblos.
      Es dauert mich, wenn Worte, in Sprache geflossen und ausgetauscht nur noch als Kassengestell(t) wahrgenommen wird, und das dann auch noch abwertend gemeint ist.
      Millionen würden sich freuen, wenigstens ein (!) Kassengestell in ihrem Leben einmal anfassen zu dürfen …
      So ist das eben, wenn jemannd sich nur noch als satt erkennt und seine Beobachtungen darauf beschränkt, dann schreibt man solche arm seelischen Texte als einzig letzte Genugtuung.

      Zu den Gemeinplätzen braucht man nicht zu eilen, man ist immer schon da, hat immerschon „getroffen“: das Leben ist ein einziger solcher – nur was / wiviel kennst du davon?

      Und was ist „Singsang kommunistischer Freud Losigkeit“, So ich mich erinnere, haben die meisten nichtkommunistischen Singsangse weit eher keinen Freud darin und daran nicht mal Freude.

      „Zu den aufgebahrten Worten Zu sprechen“ – Worte lassen sich nicht „aufbahren“, kaum ausgesprochen oder hingeschrieben, sind sie nur noch die Hälfte dessen Wert, was sie meinen (sollten), der Rest ist sodann gleich ganz weg, flüchtig, wie der Alkohol im Glase, geh mal und „bahre das dann auf“ …

      Solltest du allerdings bis hierher gelesen haben, dann vergiß nicht:
      Das waren alles Worte, nicht „verbahrte“, daß du das konntest, verdankst du deiner Mutter, ihrer (!) Sprache, ihren Worten, die sie dir mal unaufgebahrt schenkte, mit denen du denken darfst, z.B. daß du gern reichlich müde wärest, oder die du, wie in deinem Gebet – den vielen anderen Gebeten gleich – doch lieber „aufbahren“ anstatt damit zu denken könntest.
      Kein Mensch denkt ohne Worte.
      Kein Wort kam ohne Mensch.
      Worte sind Orte!
      Plätze, auch „gemeine“.

      Schuhe für die Sehnsucht – ahnst du, was das ist?
      Das sind „richtige“ Worte,
      unaufgebahrt, voller Lauffähigkeit
      am richtigen Orte
      zur wichtigen Zeit
      sie sehn die Sucht
      sind nicht verrucht
      statt erbeten lieber singen
      das wird Freud auch dir bringen
      ein Wortsegen im Ganzen
      hilft, darin auch zu tanzen.

      Schuhe für die Sucht –
      zu sehnen? verflucht?
      Gib das in die Runde
      mit WORTEN im Bunde
      auf jedem gemeinenPlatz
      an jeden süßen Fratz …

      FREUDich mal.

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