Die Vertreibung aus dem Paradies

Wie werden sich Adam und Eva gefühlt haben, nachdem sie das Paradies verlassen mussten, nachdem sie aufgetaucht waren aus den stillen Gewässern der Unmündigkeit? Und sich unversehens im ausufernden Raum der restlichen Welt wiederfanden. Wenn die Grenzen aufgehoben sind, verschwindet der Raum im Unbestimmten. Um sich zurechtzufinden wird eine neue Ordnung notwendig.

Adam und Eva mussten lernen, sich zu konzentrieren, auszublenden, was nicht wichtig war für den Moment, für das Ziel, das sie sich gesetzt hatten. Sie mussten lernen nur das wahrzunehmen, was diesem Ziel diente. Eine neue Grenze wurde gezogen, diesmal zwischen Natur und Mensch, Tier und Mensch und schließlich zwischen den Menschen selbst. Neue Begriffe entstanden, um Abgrenzungen deutlich zu machen, um Räume zu definieren: Zeit, Wahrheit, Pflicht, Erfolg, Vernunft. Und andere, um sie erträglicher zu machen: Lüge, Gedanken, Traum, Scheitern, Glauben. Kleine Hilfswerkzeuge um aus dem unendlichen, gewaltigen Chaos etwas auszuwählen, es aus dem reißenden Strom zu schöpfen, nur so viel davon, wie in ein Gefäß passt, so viel wie der Raum fassen kann, ohne zu bersten, ohne auseinander zu brechen. Um darauf aufzubauen, anzubauen, behutsam zu erweitern, damit neue Räume entstehen können*, Lebensräume, Gedankenräume, Spielräume.

Und die Frage, wie man sich sein Leben einrichten soll, wie man sich einen eigenen Raum schafft und bewahrt. Wie muss der eigene Schreibraum beschaffen sein?

Ein Blick aus dem Fenster. Ein Schritt vor die Tür. Das muss ebenso gewährleistet sein, wie die Möglichkeit, die Tür wieder zu schließen, nichts und niemanden herein zu lassen. Die Möglichkeit allein zu sein mit sich und seinem beschränkten Blick auf die Welt draußen vor dieser Tür. In einem begrenzten Raum, in einem eigenen Zimmer. Im eigenen selbstgeschaffenen Paradies.

* Wie das Wort „überlegen“ darauf hindeutet, darauf verweist, dass man sich auf mehrere Schichten bezieht, die übereinander liegen, die das Fundament bilden, auf dem die eigenen Gedanken fußen, der Boden, auf dem sie stehen, der Ausgangspunkt, der die Richtung vorgibt, begrenzt und ermöglicht.

35 Gedanken zu “Die Vertreibung aus dem Paradies

  1. Ein Begriff ist doch etwas ganz anderes als ein Wort.
    Ich erweitere das jetzt mal, gestern war ich sehr in Eile: Ich stelle es mir so vor: Im Garten Eden lebten Tier und Mensch gleichberechtigt, es gab diesen Gedanken an die Krone der Schöpfung nicht, insofern war es keine wirkliche Trennung, eher zwei unterschiedliche Teile eines Ganzen.

  2. Ja! -Als der Mensch noch eines war mit allem. Es war das Wort, das uns scharf und schmerzhaft trennte. Und vielleicht es ist dieser Schmerz, den wir mit den uns verbliebenen Worten zu überwinden [ver]suchen?! So als verlangten wir von ihm, es möge den verschuldeten Schaden wieder-gut-machen.

  3. „Im eigenen selbstgeschaffenen Paradies.“ – Dieses Selbstgeschaffene umfasst ein Zurück, das nur ein solches ist, wenn man die Bibel wörtlich nimmt. Das Paradies ist doch vielmehr etwas Utopisches, ein Wunsch, eine Sehnsucht.

    1. Seltsamerweise sehe ich das anders. Und zwar aufgrund des „selbstgeschaffenen“. Daran glaube ich. Ich glaube nicht an ein vorfindbares Paradies (für mich ist das ohnehin lediglich eine Analogie auf den Mutterleib, auf die Zeit im Mutterleib), aber daran, dass es möglich ist, sich einen Raum zu schaffen, in dem sich im Einklang mit sich selbst leben lässt, oder jedenfalls glaube ich daran, dass es möglich ist, danach zu suchen.

      1. Dann meinen wir doch das Gleiche, vermute ich. Eine Möglichkeit oder etwas, wonach man sucht, kann man auch als Wunsch oder Utopie bezeichnen – je nach Kontext. Das „Selbstgeschaffene“ muss auch nicht bedeuten, dass mein Paradies schon fixfertig ist. Vielmehr bedeutet es nur, dass ich selbst etwas dafür tun muss oder müsste. Oder versteh‘ ich das falsch?

      2. Nein, ich habe das falsch verstanden. Ich bin bei dem Begriff Utopie von etwas ausgegangen, was ausdrücklich nicht realisierbar ist. Mein Fehler.

  4. grenzen sind so gesehen ja relativ modern. am anfang war alles ursuppe oder paradies und nach und nach kamen die grenzen in die welt. zufällig, willkürlich, später dann immer bewusster und spezieller. mittlerweile ist die welt so ausdiffernziert, das es schwer fällt sich das paradies vorzustellen….vll ist das unser zeil und bewegen uns darauf zu, am ende dann wenn alles wieder eins zu werden scheint. erde zu erde, asche zu asche, staub zu staub….ob dies für mich nun eine sehnsucht ist, vermag ich nicht zu sagen, es ist nicht wichtig im augenblick, in meiner begrenzten welt.

    am ende unser tage lösen wir uns auf, ich hoffe mal auch gedanklich so das da ein zerfallen ist und schweben in einem einzig langen traum….

  5. Die Frage ist: Sind hier wirklich Grenzen aufgehoben worden oder sind Grenzen hinzugekommen, weil man die beiden aus der Gegenwartsempfindung herausgeschmissen hat? War das Paradies ein Paradies oder eine ganz normale Umgebung nur ohne die antizipierte Sorge um die Zukunft? Vielleicht war der Rauswurf lediglich eine Addition des Zeitempfindens in Vergangenheit, Gegenwart {wenn auch nur sehr rudimentär} und vor allem Zukunft {in Kombination mit viel Angst und Sorge}.

    Sprache, so denke ich, hat vieles separiert in Funktionseinheiten und Gefahrenquellen, aber sie ist und bleibt das einzige Mittel, das uns aus der Verzweiflung, mit komplexen Gedanken und Gefühlen alleine zu sein, herausholt. Außerdem schult es unser rationales Denken, was in vielerlei Hinsicht wichtig ist. Gerade Adam und Eva konnten nicht nur mit Umarmung und Blümchen überleben. Mit dem Verlust der Gegenwart kam die gefühlte Notwendigkeit des Überlebens.

    1. ich finde adam und eva sind ein sehr gutes beispiel für die entwicklung des menschen von einheit zur vielheit. mag es im paradies auch bunt und schillernd gewesen sein, grenzen allerdings gab es kaum oder keine. wolf und lamm lagen genau so friedlich beieinander, wie mann und frau, sonne , regen mond und sterne keine grenzen, keine schwierigkeiten. ein großer bunter kirchentag und alle nackt, ja nicht einmal die persönliche schamgrenze gab es.die einzig wirkliche grenzüberschreitung war der apfelklau vom baum der erkenntnis. mit verherenden folgen. von da an wurden aus gottes kindern individuen, die sich felle um den leib hüllten, ihre kinder unter schmerzen ( ja auch der geburtskanal ist eine grenze) zur welt brachten und sich abzugrenzen begannen. vom wolf vom schakal, vom wetter, von den widrigen einflüssen des universums. kain von abel der mensch von gott…scheinbar ist der weg zu erkenntnis ein steiniger und grenzüberschreitender, dafür aber sicher kein langweiliger….

  6. Liebe FrauWunder,

    das hast du schön geschrieben. Trotzdem frage ich mich: Was war denn die Erkenntnis, die Adam und Eva durch den Apfel erfuhren? Welche Erkenntnis war es, dass sie plötzlich Angst vor Wölfen hatten? Wenn wir da eine echte Analogie auf die Entwicklung des Menschen ziehen wollen, dann müssen wir uns auf unsere Kindheit beziehen. Da bestand meistens ein schönes Urvertrauen den Menschen und der Welt gegenüber, im Grunde paradiesgleich. War es denn aber wirklich so, als wir Kinder waren? War die Welt wirklich anders, oder sahen wir sie durch die Erkenntnis {Erfahrung in ihr} nur irgendwann anders?

    1. ja, das sind die schwierigen letzlich immer noch nicht beantworteten fragen der menschheit. die analogie zum mutterleib und zum kindlichen urvertrauen sehe ich auch. nach dem biss in den apfel wurde sich erst eva, dann adam darüber bewusst, dass es da eine grenze gibt. im prinzip ist das entdecken der eigenen schamhaftigkeit, ein erstes entdecken des eigenen selbst (ich bin faru du bist mann und wir sind nicht gott) . wenn kleine kinder mit 4- 5 jahren zu trotzen beginnen, dann spricht man ja auch vom erwachen der eignen identität. der wille des ichs erwacht, in diesen jahren, das kind grenzt sich ab von der umgebung, der mutter, es entdeckt seine bedürfnisse und versucht diese zu befriedigen, stößt dabei natürlich auf grenzen, der konvention, der erziehungsmodelle, der gesellschaftlichen normen, des ganzen bla und blub. beim verinnerlichen dieser grenzen (oder beim akzeptieren dieser) entwickelt sich dann langsam auch das etwas strengere Über- ich heraus, sprich das gewissen.

      ja man kann in gewisser weise vom frühkindlichen paradies sprechen, da in dieser zeit eigene bedürfnisse schwer artikuliert werden können. das kind ist auf eine paradisische umgebung angewiesen auf gedeih und verderb. die umgebung regelt es fürs kind im idealfall, sowie ein allwissender schöpfer alles notwendige geregelt hat für den menschen.

      die erkenntnis, die beispielsweise auch die angst vor wölfen mit einschließt, war meiner meinung nach; das erkennen von grenzen. ich bin ich und du bist du, wir existieren unabhängig von einander, wir können uns nahe kommen aber wir werden nie identisch sein. meine gedanken, meine gefühle sind eigene und gehören weder dir noch gott noch sonstwem. ICH bin der herr und meister, diese zu verwalten, zu benennen und zu befriedigen. du nicht und du auch nicht, gott nicht und mutti nicht…..jeder ist für sich selbst verantwortlich…

      vll ist dies auch fortschritt, denn grenzen machen aus einheit vielfalt und dies ist ein evolutionsvorteil, um nun auch noch darwin ins spiel zu bringen.

    2. Liebe Sherry,
      ich wollte Dir schon längst auf Deinen Kommentar antworten, allerdings ist die Zeit wieder so knapp, oder die Energie so gering, oder beides. Aber jetzt antworte ich auf diesen; denn ich glaube es ist das Denken überhaupt, das Bewusstsein, dass mit dem Biss in den Apfel in die Welt gekommen ist. Damit fängt alles an, dann werden die Grenzen notwendig. Natürlich ist das jetzt ein Fass ohne Boden. Nur durch Begreifen, Erkennen, nur indem wir verstehen, was eigentlich vor sich geht, können wir aus der Opferrolle in eine selbstverantwortete Position wechseln, wer versteht was geschieht, kann seine Ohnmacht reflektieren und (vielleicht) darauf reagieren. Andererseits kann ich mich nicht mehr verantwortungslos zurücklehnen, wenn ich angefangen habe, selbst zu denken, muss ich die Verantwortung für mein Handeln (oder nicht Handeln) übernehmen. Um auf dein Beispiel mit der Kindheit zu kommen, vielleicht ist es das erste Verbot, bzw. der erste Versuch des Ungehorsams mit dem das Urvertrauen seinen ersten Riss bekommt, mit dem das Erwachsen werden beginnt.

  7. @Frau Wunder:

    Dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Ich finde, du hast das treffend geschildert und wiedergegeben. Die Wahrnehmung von Grenzen geht mit der Erkenntnis von Vergangenheit und Zukunft einher. Damit fängt die Fähigkeit der Antizipation an und alles, was antizipiert wird, hat auch ein wenig mit Angst zu tun. Das ist das Problem von Adam und Eva gewesen: Sie sind einfach „erwachsen“ geworden, um auf Mützenfalterins Kommentar noch einmal zurückzugreifen.

    @Liebe Mützenfalterin:

    Hattest du denn eine andere Wahl, als selbst zu denken? Hat dir deine physiologische Beschaffenheit je eine andere Wahl gelassen, als zu denken? Hättest du, außer durch eine unglückliche kortexbezogene Dysfunktion, überhaupt anders gekonnt als eben zu denken? Adam und Eva hatten m.E. überhaupt keine andere Wahl, als vom Apfel zu beißen, dazu bedurfte es nicht einmal der Schlange und Gott war sicherlich nicht überrascht, hat er den Menschen doch selbst mit Wissensdurst gesegnet oder verflucht.

    Ich weiß gar nicht, was wir mit unserer Fähigkeit nun tun sollen. Ich bin der Meinung, dass wir Menschen durch zwei verschiedene, andersartige Voraussetzungen diese Welt noch weiteratmen lassen können: a) Unsere Intelligenz [und mit ihr unsere außerordentlichen Motivationen des „Fortschrittes“] lässt nach und wir handeln in einem so enggerahmten Instinktraum wie die Tiere, das würde unsere Ausbeutung mäßigen, einfach weil wir keine „höheren Ziele“ haben oder b) unsere Intelligenz bleibt erhalten, aber unsere archaischen Hirnstrukturen und instinktiven Verhaltenstendenzen nehmen ab, so dass unsere Handlungs- und Motivationsregulation auf langfristiges Konsequenzen umgemünzt wird.

    Ich weiß, dass meine Gedanken hierzu weiter über deinen Artikel hinausgehen, aber eigentlich spricht er nur von den Konsequenzen unseres Antriebs, zu denken und zu wissen – wie Adam und Eva es taten. Können wir diesen Antrieb wirklich stoppen? Bis jetzt, nach so langer Zeit menschlicher Existenz, haben sich alle gefundenen Eigenschaften individuell und in der Massendynamik immer wiederholt. Es hat sich nichts verändert, nur regional geht’s einer bestimmten Gruppe viel besser auf Kosten anderer, wo die kleine Region im Wohlstand ihre Zivilisationskrater geschlagen hat. Letztendlich beziehen wir noch immer den Erhalt der ganzen Welt nicht in unsere Handlungen mit ein, sondern nur den Selbsterhalt. [Bis wir irgendeinmal begriffen haben, dass die ganze Welt unser Wohl direkt betrifft, brauchen wir einen großen Evolutionsschritt.]

    Das hier kann ruhig so stehen gelassen werden, ich weiß, wie es um deine Zeit steht. Danke für deine Antwort und deinen Beitrag, der mich mit meinen eigenen Gedanken nochmal zusammengebracht hat.

    1. Um es ganz kurz zu machen, denn ich stimme dir zu bei dem was du schreibst, ich glaube an die möglichkeit einer „rettung“, wenn es gelingen könnte eine balance zu finden, ein gesundes gleichgewicht zwischen instinktivem empfinden und „übergeordnetem“ Denken. aber das ist eine utopie.

  8. Auch diesmal gefällt mir wieder besonders, wie hier Standpunkte, Fragen, Anregungen und Zweifel ausgetauscht und erarbeitet werden. Nach dem ersten Lesen Deines Textes, liebe Mützenfalterin, fielen mir vor allem zwei Begriffe ein: Aufklärung und Schuld.
    Wie sehr ich das schätze, dass hier so anhaltend und kritisch und vor allem interessiert diskutiert wird.
    mb

    1. liebe mb, genau das, was du schreibst über die anhaltende, kritische und wie du sehr richtig betonst interessierte diskussion, ist mir gestern auch noch einmal durch den kopf gegangen. was für ein glück ich hier mit diesem blog habe, habe ich mir da gedacht, dass sich so wohlwollende und an der meinung des anderen, also am austauch interessiert menschen hier finden und nicht diejenigen, die nur ihr ego und ihre unumstößliche sicht der welt beweisen wollen. ich weiß das sehr zu schätzen. ich weiß euch sehr zu schätzen.

  9. Hast du schon mal was von dem „Kollektiven Unterbewusstsein“ gehört? Dort wo alle Menschen die gleichen Ideen, Vorstellungen, Wünsche, Befürfnisse haben….z.B. im Traum! Ich denke im Traum manifestiert sich ein „paradiesähnliche“ Ort…dort wo man sich von Zwängen der Lebenswirklichkeit befreien kann und sein gewolltes und selbstbestimmtes Leben führt! Träumen wir nicht alle?

  10. Dass man sich sein Paradies selber schaffen muss, ist eigentlich eine sehr idealistische Vorstellung und mit Idealismus meine ich den historischen Idealismus, genauer den deutschen Idealismus, und nicht das, was so landläufig als Idealismus verstanden wird. Die setzen, ausgehend von Fichte, auch die Welt selber hin und alle Grenzen und Unterscheidungen, die sind, sind gesetzt, selbst gesetzt und nicht gegeben von Natur aus.

    Nur, darauf will ich mal hinweisen, ist das selbstgeschaffene Paradies sehr gefährlich, weil es eben das Bewusstsein darüber enthält, dass es selbst geschaffen ist. Wie meine ich das? Wenn ich nicht naiv glaube, das etwas so ist, sondern weiß, dass es gemacht ist, weiß ich auch, dass es auch anders sein könnte und wenn es auch anders sein könnte, könnte es auch nicht sein. Damit steht, wenn ich weiß, dass das Paradies selbst geschaffen ist, die Existenz des Paradieses in Gefahr. Es kann einbrechen. Kaputt gehen. Anders sein. Gar nicht sein. Es kann zerfallen, weil ich weiß, dass es geschaffen ist, weil ich weiß, dass es auch anders sein könnte, bestenfalls gar nicht. Die Philosophie oder Soziologie würde sagen: Es ist kontingent.
    Man braucht also, will man an der Kontigenz nicht verrückt werden, irgendwoher das Gefühl, dass dieses Paradies, das man sich geschaffen hat, so und wahr ist. Man muss also an das selbst geschaffene Paradies glauben. Glauben heißt aber wiederrum, dass man das selbst geschaffene Paradies für wahr und nicht selbst geschaffenen hält. Könnte man vermuten.Wird sind aber Philosophen, moderne, Hegelianer genauer gesagt und wissen natürlich, dass wir nicht einfach die rosa rote Brille aufsetzen können, nachdem sie uns einmal abgerissen wurde. Wie kann man also, frage ich euch, Freunde, in einem selbst geschaffenen Paradies leben und von diesem Paradies überzeugt sein, ohne wie ein naiver Trottel zu wirken? Wie gibt man der eigenen Erfindung Wahrheit und Echheit?

    Dies noch: Einmal in Wiedersprüche und Grenzen geraten, wird man sie nicht mehr los. Wie kann man zu ursprünglichen Paradies und dies meint ja nichts anderes als den Zustand der Naivität zurückkommen? Die Dichter und Philosophen, zumal die des deutschen Idealismus, haben da unterschiedliche Ansichten. Einer sagte, Novalis ist gemeint, durch Liebe und Glauben, ein anderer, Hegel ist gemeint, durchs Denken. Ich selber würde sagen durchs WANDERN.

    So. Jetzt habe ich aber auf die Kacke gehauen.

    Liebe Grüße

    Sir Arnold Bathurst

    1. „Wie kann man also, frage ich euch, Freunde, in einem selbst geschaffenen Paradies leben und von diesem Paradies überzeugt sein, ohne wie ein naiver Trottel zu wirken?“ – Die Frage scheint mir mit Verlaub nicht ganz so ordentlich gestellt zu sein. Trottel sind wir doch alle zusammen und naiv zu werden, ist ja gerade u.a. auch das Ziel. Folglich kann man super im selbst geschaffenen Paradies leben und die Überzeugung angelangt zu sein, liefert mir kein Hegel oder sonstiger Philosoph noch Soziologe (der zuletzt), sondern meine Gefühle. Jaja, Gefühle. Kinderkram für Philosophen. Aber darum geht’s. Wir leben nur für gute Gefühle und nicht dafür, so schnell wie ein Taschenrechner irgendwelche Primzahlen von uns zu geben. Das wäre die reine Kognition. Das Denken hilft uns aber immer nur dahin, uns wohl zu fühlen. Kein Wunder also die ganze Wellnessmanie. Denn sie ist im Prinzip nicht falsch, nur ein Scheißgeschäft mit unserer Sehnsucht natürlich.

      So jetzt habe ich zurückgekackt. Und die Grüße noch hier. Tom.

    2. ach, er nun wiede herr basthurst. wissen sie was ihr problem ist? sie vertiefen sich in die widersprrüche nicht in die erkenntinsse. ich denke es ist ziemlich wurscht, welcher strömung philosophisch oder weltanschaulicher art sich ein mensch zugehörig fühlt. ob er der frage nach dem paradies naiv oder objektiv gegenüber tritt, die antwort, die er sich gibt, wird eine zufriedenstellende sein. wer allerdings immer nur das yin im yang betont, im wasser brände legt und die heuhaufen dieser welt nach einer stecknadel durchsucht, dem wird sich nichts erschließen, außer das der weg auch ziel seien kann. immer auf der grenzlinie herumschleichen ist am ende auch wie auf den strich gehen. dies mag ja recht spannend sein aber langfristig laugt es nur aus….

    3. Ich will gar nicht tief einsteigen in die philosophische Diskussion. Dazu fehlt mir das Handwerkszeug, vielleicht auch der Verstand. Denn diese Analogie hakt für mich. Dass etwas, das ich selbst erschaffe, gefährdet ist, ist ja erst mal keine großartige Einsicht, alles ist gefährdet, schließlich sind wir sterblich. Aber gerade diese Tatsache macht das Leben wertvoll.
      Und Wahrheit und Echtheit gibt man der eigenen Erfahrung, das sehe ich genau wie Tom, durch Gefühle, wie ein naiver Trottel. Und durch Zweifel, die alles immer weiter am laufen halten, viel besser als jede Gewissheit.

  11. ich fühle mich geehrt -wie geht das
    wenn ich mal was festhalten darf
    es handelt sich hier doch nicht um die erleuchtung
    step by step
    für mich ,also mit mir bedeudet das nur sinnlose widerholung
    den alltäglichen ablauf in kataloge verpacken und die fahne abbrennen
    oder aber die wahl vor der urne
    geschäftmäßige betreiber eines sportartikelherstellers würden nie auf die kommen unterwäsche anzubieten
    natürlich
    hin und wieder blitzt ein höschen auf ,bei den profis
    den sitzen die da und stellen den schläger auch rakete genannt zwischen die schweissperlen
    und träumen von socke ,unwaschbaren

    ich seh das so

    wo ist der eingang…hihi

  12. @ bratwurst: nein. nur weil eine mensch eine haltung einnimmt ist er doch nicht unmündig.

    der zweifel steckt in jeder erkenntis, wie das yin im yang und umgekehrt…..die kunst des lebens besteht darin diesen zweifel auszuhalten, egal ob auf der schwarzen oder der weißen seite. er ist eh hier wie dort. weist du was uns unterscheidet; dich und mich? du flirtest mit dem zweifel und ich bin verliebt mal in schwarz und mal in weiß….

    1. ..um noch mal auf adam und eva zurückzukommen mein lieber arnold, ich glaube sie hätten von eva den apfel nicht genommen. sie hätten sie vermutlich mit ausschweifenden erklärungen über die herstellung von apfelmuss, kompott, apfeltorte , obstbränden, apfeldruck und apfelessig überschüttet. und dabei hätten sie nicht einmal bemerkt das die gute ihnen plitz plautz abhanden gekommen wäre, schwups weg aus dem paradies…weil genascht vom baum der erkenntins und nicht nur dran gerochen.

  13. Noch keiner ging auf den Gedankengang selbst ein. Auch wenn ich kein geistiges Leben mehr führe, bin ich doch noch immer in der Lage, Schlüsse zu ziehen und Gedankengänge vorzuheucheln.
    Es tritt ihr ein Problem zu Tage, was mir an der Uni oft begegnet. Es wird geantwortet ohne das der Gedanke vorher gedacht wurde. Würde man den Gedanken vorher denken, käme man wohl dahin, dass ich womöglich Recht habe. Oder muss man wohl die Forderung stellen, sich erst über die Begriffe klar zu werden. Meinetwegen. Da gehe ich mit. Ach, ich wünsche mir doch immer nur, dass zwar Wiederspruch kommt, aber bitte doch aus dem Gedankengang entwickelt.

    (Habe dazu ein schönes Beispiel. Ein Freund von mir wollte seine Masterabreit in Soziologie darüber schreiben, weshalb die Philosophen sich immer so kompliziert ausdrücken. Ein schwieriges Thema, das er nicht schwierig behandelte, sondern profan und einfältig. Ich sagte ihm, dass das Problem der Arbeit sein wird, dass er erst die Gedankengänge verstehen muss und dann sagen darf, weshalb die Sprache so kompliziert ist und sagte ihm weiter, dass wenn er die Gedankengänge kapiert hat, er womöglich dahinter kommt, dass die komplizierte Sprache Hand und Fuß hat. Das wollte er nicht einsehen. Kurz: Erst das Verstehen, dann die Kritik!)

    Beste Grüße

    Prof. Dr. Arnold Bathurst

  14. Mit dem letzten Satz möchte ich anfangen, denn darum geht es. Komplizierte Gedankengänge mögen nach langem Nachdenken einen brillianten Kern entlassen, das heißt aber nicht, dass keine Kritik an der umständlichen Formulierung angebracht ist. Ich betreibe hier kein philosophisches, nicht einmal ein akademisches Blog, und wer hier mit Philosophen und ihren Thesen um sich wirft und diejenigen, die da nicht mitgehen wollen und sogar eigene „Freunde“ profan und einfältig nennt, wenn sie kein Interesse daran haben, sich komplizierter als unbedingt notwendig auszudrücken, sollte kein Verstehen fordern, bevor er sich nicht selbst um ein solches bemüht.

  15. Hatten sie sich denn ein Ziel gesetzt? War da nicht erst einmal ein umherirren? Trauer über die verlorene Heimat? Musste nicht erst das bewältigt werden, bevor sie sich um eine Zielsetzung kümmern konnten. Wahrscheinlich waren sie auch nicht wenig sauer auf den früheren Vermieter, der ihnen rüde und fristlos die Kündigung geschickt hatte. Wären sie dem Mieterbund beigetreten?
    Ich glaube die Freude über die Freiheit kam erst viel später. Erst einmal war da sicher eine Menge Unsicherheit und Angst. So denn Adam & Eve unsere Stammmenschen waren, was ich bezweifele, geht unsere latente, uns täglich begleitente Existenzangst, bestimmt auf die beiden Erkenntnisnascher zurück. Alles Liebe Karin

  16. Liebe Karin, ich glaube, ein Ziel mussten sie sich nicht setzen, es war gesetzt, denn vom Moment der Vertreibung an, mussten sie Verantwortung übernehmen, für sich sorgen. Alles andere, ergibt sich aus dieser Notwendigkeit.
    Danke für Deinen Kommentar

  17. uiii, sooo viele kommentare! aber die lasse ich nun ungelsen, sonst flattert mir meiner davon…
    du fragst wie sich wohl adam und eva damals fegühlt haben… ich denke wir müssen nur in unsere zeit der pubertät zurückgehen, denn auch dies ist eine zeit, aus der der mensch aus dem paradies der kindheit herausfällt, in dem noch alles unschuldig ist!

    liebgrüßt dich frau blau – ehemals Li Ssi aus dem cafè weltenall

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