Vierzehnter Brief

Lieber Nes,

Heute ist Sonntag

Der Himmel

wie Himmel im allgemeinen

scheint alles zu wissen

Der Himmel ist grau

Ich aber stehe am Hafen

Ich stehe allein

Kein Schiff das ausläuft

Und aus den welken Zimmern

dringt dieser Gesang

Die Einsamkeit hinter den Worten

Nur wer das aushält

spricht sie nicht aus

Und das macht mir Angst

Dass du ein Teil einer Vergangenheit bist

die du nicht kennst.

aus dem Zyklus: Die Nes Briefe

11 Gedanken zu “Vierzehnter Brief

  1. Den sechsten Brief finde ich besonders schön. „Deine Briefe taumeln“ ist ein wunderbares Bild. Und hier die „welken Zimmer“. Ich mag diesen Zyklus.
    LG, Iris

  2. … dass du Teil einer Vergangenheit bist, die du nicht kennst… und schwupps hocke ich in den frühen neunziger Jahren meines Vergangenheit, damals saß auch ich am Hafen, allerdings kam kein Schiff an, sie fuhren nur alle fort von mir…

    danke Li Ssi

  3. jetzt habe ich die Briefe gelesen, sowit ich sie fand, denn nicht alle erschienen- tief bin ich beeindruckt, wie du schreibst… tief berührt ob der zweisamkeit, die so schnell einsamkeit heißt. und ja, vielleicht ist ein großartiges wort.

    1. das stimmt wohl. aber ich empfinde es immer einen anspruch deinerseits, als eine Art Satzung eines Ideals und etwas in mir stimmt so sehr zu und lehnt sich gleichzeitig dagegen auf. ich lehne mich auf, weil ich weiß, wie wahr es ist. vielleicht ist es das.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s