Bienenvolk

Bienen. Ihr Brummen. Summen. Das Volk der Arbeiterinnen – Waben bauen, nacheinander vorgesehene Arbeiten erfüllen, bevor sie nach sechs Wochen fortwährender Pflichterfüllung an Überarbeitung sterben. Das Volk der Bienen und ihre Königin, die einzige, die Eier legen darf.

Was hat das mit mir zu tun? Mit Anne Sexton? Sylvia Plath versuchte sich als Imkerin. Thomas Kling?

Mit der Suche nach einem angemessenen Platz und den nicht vollkommen überflüssigen (aber fließenden) Worten auf dem Papier?

Die Suche nach einer Berechtigung. (Hört ihr das, so höhnen Honigprotokolle schreibt Monika Rinck.)  Ich aber weiß zu wenig. Was schon zu viel ist, um alles zu vergessen.

Bereit, mich aufzugeben, um einen Platz zu finden, der die Leere des Ich ausfüllt. Nähe ist Nahrung schreibt Miriam. Das und bleibt mir im Halse stecken, oder kommt aus sonstwelchen Gründen nicht heraus.

Ich verschlucke mich (als wenn es so einfach wäre), und später stoße ich auf. Das, was wir Wahrheit nennen. Die Wirklichkeit wirkt sich aus. Das nennt man Grenzen ziehen. Einengen als Schutz. Jeder kehrt zurück zu seinem Bienenvolk, aber niemand ist bereit seine Aufgabe (und nichts als das) zu erfüllen. Das ist Überfluss, Unterhalt, Zerstörung. Wir finden uns aufgeteilt in mehrere Teile, die wir nicht sind. Das ist Lücke. Anforderung. Kein Honig.

Bloß Bienengesumm.