Meine Sprache

Ich komme nicht hinterher mich zurückzuziehen, mit zu zeichnen, wie meine Sprache sich von mir entfernt.

Meine Sprache ist den Zöllnern suspekt, schreibt Ilse Aichinger, und ich lasse harmlose Sätze fallen, um den Verdacht zu entkräften.

Was so kunstvoll klingt, wie ein Spiel mit Sprache, mit den Zeichen und dem, was sie bezeichnen, ist ernst. Ein Ernst, der geschwätzig macht, oder zum Schweigen bringt. Immer gibt es dieses (scheinbare) Selbstverständnis, das sich zurückzieht, sobald man genauer hinsieht. Und sieht: hier ist meine Sprache und dort bin ich. Und meine Sprache kommt ohne mich aus, braucht mich nicht, aber ich…

Was und wer bin ich, ohne meine Sprache? Nicht ich drücke mich aus über sie, sondern sie drückt mich aus.

Ich habe eine merkwürdige Abneigung dagegen, über mich selbst zu schreiben. Ein Selbst ohne Anrecht auf Sprache. Das bin ich, nicht meine Sprache, die so spricht.