16. März

Nachdem ich heute morgen unser  Auto umgemeldet habe [selten war es so schwer, einen bezahlbaren Gebrauchtwagen zu finden], noch in meiner Lieblingsbuchhandlung gewesen, derjenigen in der ich alle Bücher kaufe, die ich mir nicht aus Kostengründen von Flohmärkten, oder aus Vergriffen Gründen aus Antiquariaten besorge, damit nicht diese auch noch verschwindet, nachdem meine geliebte Pfeffersche Buchhandlung einem Szenecafé weichen musste. Hoppe war schon verkauft, und ganz ohne Buch, nur mit der Vorfreude auf morgen, wenn das Buch da sein wird,  mochte ich nicht gehen, alle Bücher, die ich gern hätte, kann ich mir unmöglich kaufen, also lange zwischen Blaue Stunden, wunderschönen Sonderausgaben von Breton, Lavant u.a. , den Gedichten von Oleg Jurijew hin- und hergewandert und dann doch die neue Mayröcker gekauft. „Ich sitze nur grausam da.“

Ich würde gerne ein Lesetagebuch schreiben. Am liebsten über die Parallelgeschichten von Péter Nádas. Mal sehen, wo ich die vierzig Euro herbekommen kann.

Draußen ist immer noch Frühling und in Leipzig blüht die Buchmesse.

[Ich fühle mich unwohl mit diesem Eintrag, der so gar nicht über meine kleine Alltagswelt hinausgeht, und ich fühle mich wohl, weil ich ihn trotzdem einstelle, einfach nur, weil mir danach ist, und weil ich mich nicht allzu sehr selbst zensieren will.]

16 Gedanken zu “16. März

  1. Und wie schön es ist, etwas über deinen Alltag zu erfahren. Genau aus diesem Grund schrieb ich dir gestern über meinen. Ich sehe dich, wie du mit deinen Fingerkuppen über Bücher streichst, eine Art Appetit auf sie entwickelst und schon das „könnte kaufen“ dich einwenig glücklich macht. Danke für diesen Einblick. ❤

    1. Meine Kinder hatten eine regelrechte Spielecke in dieser Buchhandlung, es gab [oder gibt ?] dort einen Müllwagen, mit dem sie leidenschaftlich gerne gespielt haben, während ich durch die Buchregale streifte.

    1. Liebe Sonja,
      es hat sicher etwas mit dem „akademischen“ Anspruch zu tun, mit diesem Druck unter den man sich selbst setzt, möglichst „intelligente“ und weitreichende Dinge zu formulieren, vor allem aber damit, dass man sich gar nicht vorstellen kann, wen etwas derart alltägliches interessieren könnte.

  2. Nicht unwohl fühlen! Wohl tut das und gut ist es – der Alltag hat so viel Recht wie die Liebe, die ja auch ganz banal ist und ganz tragisch und komisch dazu oder das Essen, das auch nötig und schlicht sein kann oder kunstvoll gedrechselt und: Es muss nicht immer Kaviar sein (Wer mag den schon?). Ich freu mich über diesen Text an einem schönen Frühlingstag.

    1. Keine Ahnung, ob ich Kaviar mögen würde, ich hatte nie die Gelegenheit welchen zu probieren, allerdings habe ich das auch nie bedauert. Aber Sie haben sehr Recht, wenn Sie schreiben, dass das wohl tut, und das tut dann nochmals wohl. Und auf diese Art ist noch einen Tag länger Frühling, auch wenn das Wetter nicht mehr mitspielt.

  3. Liebe Mützenfalterin, wäre es nicht fürchterlich, wenn unser banaler Alltag kein bisschen zum Wohlsein beitrüge? Unser Leben besteht ja in erster Linie aus Alltäglichem und wenn dabei so nette Sachen passieren, wie ein Besuch der Lieblingsbuchhandlung und die sorgfältige Auswahl eines Buches – das ist doch wunderbar! Und freut uns ja offenbar alle : )

    1. Na ja, es ist ja nicht so, dass ich meinen Alltag generell nicht genießen, oder für minderwertig halten würde, ich bin mir nur nicht sicher, wie viel davon geteilt werden darf. Ich bin ja ganz altmodisch und finde es schön, wenn die Menschen noch eine Privatssphäre haben und die Leute, die alles in der Gesellschaft einer voll besetzten Straßenbahn mit ihrem Handypartner ausdisskutieren, sind mir recht unangenehm.
      Das bestellte Buch habe ich übrigens immer noch nicht abholen können ;-(

      1. Huch, immer noch nicht? Das dauert aber lange : (
        Und was die Privatsphäre betrifft: Die haben wir ja trotzdem, wir können uns ja aussuchen, über was wir bloggen bzw. wie viel wir preisgeben wollen. Manche sind da sehr diskret, andere sehr locker – ich finde beides okay, das ist eben eine persönliche Entscheidung.

  4. Mein Buchladen hier in Kiel, heißt Zapata. Amazon ist für mich Nachschlagewerk, aber bestellt und gekauft wird beim Buchhändler meines Vertrauens.
    Eine Lesetagebuch. Ja, das ist eine gute Idee.
    Alles Liebe Karin

    1. Ich bin blödsinnigerweise sogar stolz darauf, niemals etwas bei Amazon bestellt zu haben.
      Ja, das Lesetagebuch reizt mich auch mehr und mehr. Ich überlege noch ein wenig und vielleicht starte ich dann im April.

  5. dein lesetagebuch würde ich gerne lesen.
    der alltag ist mehr als das halbe lesen. wieso nicht aus dem alltag teilen – in deinem ganz speziellen schreibstil?!!
    herzlich, d.

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