Fotografien des Unbewussten

„Es ist ja eine andere Natur, welche zur Kamera als welche zum Auge spricht, anders vor allem so, daß an die Stelle eines Menschen mit Bewußtsein durchwirkten Raums ein unbewußt durchwirkter Raum tritt. Ist es schon üblich, daß einer, beispielsweise, vom Gang der Leute, sei es auch nur im groben, sich Rechenschaft gibt, so weiß er bestimmt nichts mehr von ihrer Haltung im Sekundenbruchteil des Ausschreitens.

Die Photographie mit ihren Hilfsmitteln: Zeitlupen, Vergrößerungen erschließt sie ihm. Von diesem Optisch-Unbewußten erfährt er erst durch sie, wie von dem Triebhaft-Unbewußtem durch die Psychoanalyse.“ (Walter Benjamin: Kleine Geschichte der Photographie (1931). )

August Strindberg, Photogram, 1892-1896, Kristallisation einer Eisblume, courtesy Strindbergsmuseet Stockholm

11 Gedanken zu “Fotografien des Unbewussten

  1. das ist ein spannender gedankengang. ich nehme diesen gedanken mit in meinen tag und in mein leben.
    ob es eine andere natur ist? für mich eher eine andere seite der gleichen natur … inspirierend alleweil.
    danke für das herzfutter!
    liebe grüße, d.

    1. aber es ist ja auf jeden fall eine seite, die man mit bloßem auge nicht sieht. das hat mich bei den mikrofotografien von strüwe schon so fasziniert, welche schönheit sich im allerkleinsten, dem menschlichen auge gar nicht sichtbaren verbirgt.
      schön wenn das augenfutter auch nahrung für das herz ist 😉

    1. Irgendwie ist es mir diesmal nicht gelungen, die Bildunterschrift so einzufügen, wie ich das normalerweise mache. Das war keine Absicht, nur mein sehr begrenztes technisches Talent.
      Aber vielleicht war es ganz gut so, sonst hättest du mir nicht verraten können, was du ursprünglich in dem Bild gesehen hast 😉

  2. Das gehört eigentlich nicht hier hin, sondern vielleicht eher in den sehr ausführlich diskutierten Beitrag über das was selten ist und wertvoll und vielleicht sogar eher in einen eigenen Beitrag, aber ich möchte ich es jetzt schon einmal schreiben, d.h. festhalten und teilen; es ist genau dieses Interesse, teilweise sogar ein wenig Begeisterung, die mir entgegenkommt von meinen Kommentatoren, also von euch, wenn ich etwas mitteile, das ich gerade entdecke, über das ich mir Gedanken mache, oder was ich ausprobiere, was mich am Bloggen fesselt und dazu führt, dass ich lieber noch einen Blogartikel schreibe, statt „Vernünftigeres“ zu tun.
    Danke.

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