Fotografien des Unbewussten

„Es ist ja eine andere Natur, welche zur Kamera als welche zum Auge spricht, anders vor allem so, daß an die Stelle eines Menschen mit Bewußtsein durchwirkten Raums ein unbewußt durchwirkter Raum tritt. Ist es schon üblich, daß einer, beispielsweise, vom Gang der Leute, sei es auch nur im groben, sich Rechenschaft gibt, so weiß er bestimmt nichts mehr von ihrer Haltung im Sekundenbruchteil des Ausschreitens.

Die Photographie mit ihren Hilfsmitteln: Zeitlupen, Vergrößerungen erschließt sie ihm. Von diesem Optisch-Unbewußten erfährt er erst durch sie, wie von dem Triebhaft-Unbewußtem durch die Psychoanalyse.“ (Walter Benjamin: Kleine Geschichte der Photographie (1931). )

August Strindberg, Photogram, 1892-1896, Kristallisation einer Eisblume, courtesy Strindbergsmuseet Stockholm

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