Carl Strüwe

Carl Strüwe: „Weiß über Grau schwebend“ (Fischbein vom Wal), 1926, aus der Serie „Bildner Mensch“, Mikrofotografie, 53 x 40,4 cm

„Viele chemische Substanzen bilden, wenn sie aus Lösungen kritstallisieren, Formen von mehr oder weniger kreuzartiger Struktur. Doch ist eine Flüssigkeit bekannt, deren Erstarrungsweise besonders deutliche und besonders viele große und kleine Kreuze hinterlässt. Es ist die Träne, das Schmerzsymbol.“ Carl Strüwe, 1955

Momentan läuft in der Kunsthalle Bielefeld die Ausstellung „Reisen in unbekannte Welten“ mit einem Gesamtüberblick über das Werk Carl Strüwes. Ich war gestern zum ersten Mal dort, und war begeistert.

6 Gedanken zu “Carl Strüwe

  1. In dem Esel liegt jetzt auch etwas von meinen kleinen Freunden, selbst gemalt.-).
    Auf mich wirkte es, als sei Strüwe im Kopf nie wirklich frei gewesen. Eine Mischung aus solidem Handwerk, einer großen Leidenschaft, und Zeitgeist.
    Die Reisefotografie machte mir den Zeitgeist besonders deutlich. Während der Führung hatte ich den Satz im Kopf: In jedem steckt ein Künstler.
    Leider hat Strüwe es wohl zu Lebezeiten nicht gewagt den ganz großen Schritt zu gehen, es gab wohl zu viele Selbstzweifel.

    1. In den Vorführraum habe ich es gar nicht mehr geschafft. Meine Zeit war begrenzt und ich habe kaum geschafft, mir einen Überblick über Carl Strüwes Gesamtwerk zu verschaffen, weil mich einzelne Bilder immer wieder so festgehalten haben.
      Ich frage mich, was Dich zu diesem Schluss kommen lässt, er sei nicht frei gewesen (wer ist das schon, welche Freiheit genau meinst du? Er hat zwei Weltkriege miterlebt und vielleicht hat er in seiner Kunst einfach Wege gesucht, damit zurecht zu kommen, eine Auseinandersetzung mit dem Kriegsgeschehen scheint ja eher in seinem nicht veröffentlichten Roman stattgefunden zu haben).
      Ist in der Führung erzählt worden, wie Strüwe zum Mikroskop kam? Das ist eine Frage, die ich mir bislang nicht allein beantworten konnte.
      Und was der letzte ganz große Schritt gewesen wäre, den Strüwe nicht gewagt hat, würde mich auch interessieren.

      1. Es war ein Bauchgefühl beim Betrachten des Gesamtwerkes und seiner Litho-Arbeiten. Ein Bild, was in mir entstand. Ich habe eine handwerkliche Kunst gesehen. Seine Gefühle, die Freiheit sie zu zeigen konnte ich persönlich nicht sehen, nur in Ansätzen, aber vielleicht ist es ja auch eine Art sie zu zeigen.
        Es war ein ehemaliger Arbeitslollege von Strüwe während der Führung dabei, der von einem sehr ängstlichen Menschen sprach, der häufig zweifelte.
        Zum Mikroskope: Ja es ist erzählt worden, aber ich habe es vergessen, bin auch gedanklich immer wieder aus dem Vortrag abgeglitten.
        Aber wie gesagt, es sind meine Kopfbilder die ich schildere, keine grundsätzliche Berwertung seiner Arbeiten.

  2. Ich habe mal nachgesehen, liebe Sherry es handelt sich bei dem Bild um eine „Kegelform, Kristallbild der Hippursäure, 1927“.
    Das ist faszinierend, oder, wie sehr wir Ähnlichkeiten sehen, Strüwe hat so eine Symbolserie gemacht, Urbilder für Kollektive, Individualität usw. gesucht und benannt in diesen Mikrofotografien.
    Vielleicht schreibe ich noch mal darüber.

    1. Was er damit aufzeigt, ist faszinierend: Nämlich, dass der Mikrokosmos auch nicht viel anders aussieht, und dass unsere Weltenebenen tatsächlich eng miteinander verbunden sind.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s