Was selten ist und wertvoll

Richtige Unterhaltungen, Diskussionen, Gespräche, finden im Netz sehr selten statt. Zu sehr ist jeder darum bemüht, sich selbst darzustellen, seine Position nicht verständlich, sondern laut zu machen. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist Sorgfalt. Und Neugier, die Voraussetzungen für gelingende Auseinandersetzungen. Wer klug ist, nutzt das Netz, um zu spielen, bedingt auch zur Informationsbeschaffung und im besten Fall, um zu lernen, wo die eigenen Grenzen sind. Die Grenzen der Toleranz, aber auch der Neugier und vor allem der Zeit, die man in fremde Beiträge investiert. Denn wer nicht bereit ist, Zeit zu investieren, zu ergründen, was der andere wohl meint, sich also nicht auf das beschränkt, was beim ersten flüchtigen Lesen ankommt, wer nicht bereit ist, Fragen zu stellen und sich über Hintergründe Gedanken zu machen, wer nicht auch daran interessiert ist, widerlegt zu werden (und sei es nur, um sich selbst darin zu üben, die eigene Position zu verteidigen), der kann Schlagworte als Kommentare hinterlassen, die möglicherweise sogar treffen, Auseinandersetzungen und Gespräche kann man so nicht führen.