Franz Kafka

Ich habe immer Schwierigkeiten mit Franz Kafka gehabt. Mit seinen Geschichten. Mit der Verwandlung, und dem Schloss. Immer stehe ich vor diesen Geschichten und fühle mich ausgeschlossen, fühle mich dumm. Ich verstehe sie nicht. Andererseits berühren sie etwas in mir. Und dann gibt es den Brief an den Vater und die Tagebücher und vor allem die Briefe. Da ist mir Kafka ganz nah, nicht so abweisend geheimnisvoll. Und manchmal schreibt er Dinge, die mir einfach aus dem Herzen sprechen, dann fühle ich mich von ihm verstanden, obwohl ich ihn nie verstehen werde.

„Ich ziehe, wenn ich nach langer Zeit zu schreiben anfange, die Worte wie aus der leeren Luft. Ist eines gewonnen, dann ist es eben nur dieses eine da und alle Arbeit fängt von vorne an.“

(Tagebucheintrag vom 16. Dezember 1911)

 

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